Friday, September 29, 2006

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Wenn Sie nun ernsthaft versuchen, einen neuen Weg zu beschreiten und feststellen, Sie kommen und kommen nicht weiter, obwohl Sie überzeugt sind, etwas ändern zu wollen, sollten Sie nach einer Zeit den Rat eines Dritten hinzuziehen, um die Grenzen und Hindernisse mit einer Person zu besprechen. Ob dies ein Therapeut, Arzt, Heilpraktiker oder ein Freund ist, hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab. Aber rechnen Sie auch dann nicht zu schnell mit großen Erfolgen. Es ist ausreichend, wenn Sie überzeugt sind, sich zu entwickeln, die Geschwindigkeit Ihrer Entwicklung ist völlig ohne Belang für das Ergebnis. Langsam ist sehr gut geeignet. Sie werden durch unsere Lebensschule sicherlich angeregt, sich Körper- und Geisteslehren jenseits unseres kleinen Ratgebers zuzuwenden. Unser Wunsch ist, dass Sie die richtige Wahl für sich treffen, nachdem Sie sich eingehend informiert haben und dass Sie auf Ihrem Weg kritisch und wach sind.

Sie empfinden Teile oder Zusammenhänge Ihrer Person und Ihrer ganz speziellen Rituale unter Umständen als eine Pattsituation, ohne die Möglichkeit einer Alternative, ausweglos also. Lassen Sie sich von diesem Empfinden nicht abhalten, loszugehen und zu beginnen. Denn wenn Ihnen in einer Sache ein Fortschritt unmöglich erscheint oder nicht einmal einfällt, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Lösung aus etwas ergibt, was Sie heute nicht in der Lage sind zu sehen und deshalb außerhalb Ihrer direkten Einflussnahme liegt. Dies wird sich im Laufe Ihrer Transformation ändern, entweder gewinnen Sie eine Erkenntnis zur Lösung oder das heute als dringend empfundene Problem erhält in Ihrer Einschätzung einen anderen Stellenwert.

Für die persönliche Entwicklung ist es fast ohne Belang, ob man besonders intelligent ist oder über welche Bildung eine Person verfügt. Viel entscheidender ist es, gut zu beobachten und zu lernen, sich zu konzentrieren. Wer sich erkennen und verändern will, sollte ein guter Beobachter seiner Person und seiner Umgebung werden und den Willen in sich wach halten, etwas ändern zu wollen. Zu der beobachtenden Grundhaltung ist Ihr fester Wunsch, Ihr Leben verändern zu wollen die zweite Entscheidung, die Sie bewusst fällen und bei der Sie konsequent bleiben müssen, um Fortschritt zu erzielen.

Wenn Sie diese Haltung in Ihrem Leben begreifen, werden Sie erfahren, dass die Dinge, die wirklich wichtig für Sie sind auf Sie zukommen. Oder anders gesagt: was Sie wirklich benötigen, lässt sich nicht holen, sondern nur empfangen und Ihre Transformation ist der Weg der Umbildung Ihrer Person in ein geeignetes Gefäß dafür. Vertrauen Sie der Tatsache, dass Ihnen eine Lösung, eine Möglichkeit oder einfach das, was Sie brauchen zugetragen wird, wenn Sie sich geduldig Ihren täglichen Übungen widmen. Für die Lösung eines Problems, für Ihre Entwicklung reicht es aus, Ihre Angelegenheiten zu kennen, indem Sie diese genau betrachten und dann geduldig bei Ihrer täglichen Praxis bleiben. Wenn Sie es konzentriert und ausdauernd tun und Ihren Körper und Geist nach den nun folgenden Methoden üben, wird sich alles zum besten wenden.

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Thursday, September 28, 2006

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Wählen schließlich bedeutet, die Möglichkeit vermeintliche Ge-nüsse und destruktive Verhaltensweisen den Rücken kehren zu können und sich den wünschenswerten Entwicklungen Ihrer Person entspannt zuzuwenden. Sobald Sie sich nicht mehr verführen lassen, sondern bewusst wählen, sind Sie schon sehr entwickelt. Wenn Sie in allen Ihren Belangen wirklich von innen heraus eine freie Wahl treffen, die Sie als authentisch empfinden, sind Sie frei. Der Zugang zu diesem Pfad zur Freiheit ist in seiner Idee wie gesagt recht simpel, allerdings sind die individuellen Verhärtungen und Bindungen an Fehlverhalten ebenso schwierig wie der Weg einfach. Unabdingbar ist es zunächst, der Suche nach Selbsterkenntnis eine gewisse Zeit einzuräumen, einen Teil der eigenen frei verfügbaren Zeit den ersten Überlegungen zu widmen. Dieses erste Terrain will als Basis zur Befreiung als Insel im Alltag geschaffen sein. Es ist die Entscheidung, dass Sie für Ihre Veränderung etwas tun möchten.

Dazu ist ein gewisses Maß an Stille unerlässlich. In der alltäglichen Aufgeregtheit ist uns Stille zunächst vielleicht unerträglich. Stille ist wie Leere, Leere wie Schmerzen und Schmerzen unerwünscht. Der Fehler, den wir alle mehr oder minder begehen, besteht darin, dass wir uns der Stille nicht zuwenden, sie nicht zu erfahren suchen, denn wenn wir uns öffnen, lernen wir sie zu genießen. Beängstigt sie uns, rennen wir weg, indem wir uns ablenken mit all den Dingen, die Stille übertönen können. Sei es im wörtlichen Sinne alles, was Töne erzeugt, aber natürlich auch Bilder, Rauchen, Essen Alkohol, Handys und Hobbys. Natürlich ist gegen jedes einzelne wenig einzuwenden, doch in ihrer Summe und ihrem Effekt des nahtlosen Animiertseins, stiehlt uns diese Lebenshaltung die klangvolle Leere und die aus der Stille erwachsende Heiterkeit. Wenn Sie in Ihrer Entwicklung an den Punkt der Leere kommen, beginnen Sie, sich diesem Zustand zu öffnen und in ihn einzugehen, indem Sie allen Pseudobeschäftigungen widerstehen.





Mögliche Hindernisse

Ein Elektriker muss seinen Schaltplan gründlich kennen, um eine neue Leitung zu installieren, der Architekt, untersucht genau die Statik, bevor er das Haus umbaut und der Arzt schließlich studiert und übt jahrelang am menschlichen Körper, bevor er in der Lage ist, eine Operation erfolgreich durchzuführen. Allein die Kenntnis der Zusammenhänge von Handlungsgrundlage und Handlung versetzt uns in die Lage, eine Änderung der Zustände herbeizuführen, so kennen wir es aus unseren Berufen. Nur in der Disziplin, die eigentlich die Wichtigste für uns persönlich ist, nämlich dem Leben, sind wir allzu häufig gnadenlose Amateure, die operieren, ohne genau hinzusehen und uns der Zusammen-hänge bewusst zu sein.

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Wählen schließlich bedeutet, die Möglichkeit vermeintliche Ge-nüsse und destruktive Verhaltensweisen den Rücken kehren zu können und sich den wünschenswerten Entwicklungen Ihrer Person entspannt zuzuwenden. Sobald Sie sich nicht mehr verführen lassen, sondern bewusst wählen, sind Sie schon sehr entwickelt. Wenn Sie in allen Ihren Belangen wirklich von innen heraus eine freie Wahl treffen, die Sie als authentisch empfinden, sind Sie frei. Der Zugang zu diesem Pfad zur Freiheit ist in seiner Idee wie gesagt recht simpel, allerdings sind die individuellen Verhärtungen und Bindungen an Fehlverhalten ebenso schwierig wie der Weg einfach. Unabdingbar ist es zunächst, der Suche nach Selbsterkenntnis eine gewisse Zeit einzuräumen, einen Teil der eigenen frei verfügbaren Zeit den ersten Überlegungen zu widmen. Dieses erste Terrain will als Basis zur Befreiung als Insel im Alltag geschaffen sein. Es ist die Entscheidung, dass Sie für Ihre Veränderung etwas tun möchten.

Dazu ist ein gewisses Maß an Stille unerlässlich. In der alltäglichen Aufgeregtheit ist uns Stille zunächst vielleicht unerträglich. Stille ist wie Leere, Leere wie Schmerzen und Schmerzen unerwünscht. Der Fehler, den wir alle mehr oder minder begehen, besteht darin, dass wir uns der Stille nicht zuwenden, sie nicht zu erfahren suchen, denn wenn wir uns öffnen, lernen wir sie zu genießen. Beängstigt sie uns, rennen wir weg, indem wir uns ablenken mit all den Dingen, die Stille übertönen können. Sei es im wörtlichen Sinne alles, was Töne erzeugt, aber natürlich auch Bilder, Rauchen, Essen Alkohol, Handys und Hobbys. Natürlich ist gegen jedes einzelne wenig einzuwenden, doch in ihrer Summe und ihrem Effekt des nahtlosen Animiertseins, stiehlt uns diese Lebenshaltung die klangvolle Leere und die aus der Stille erwachsende Heiterkeit. Wenn Sie in Ihrer Entwicklung an den Punkt der Leere kommen, beginnen Sie, sich diesem Zustand zu öffnen und in ihn einzugehen, indem Sie allen Pseudobeschäftigungen widerstehen.





Mögliche Hindernisse

Ein Elektriker muss seinen Schaltplan gründlich kennen, um eine neue Leitung zu installieren, der Architekt, untersucht genau die Statik, bevor er das Haus umbaut und der Arzt schließlich studiert und übt jahrelang am menschlichen Körper, bevor er in der Lage ist, eine Operation erfolgreich durchzuführen. Allein die Kenntnis der Zusammenhänge von Handlungsgrundlage und Handlung versetzt uns in die Lage, eine Änderung der Zustände herbeizuführen, so kennen wir es aus unseren Berufen. Nur in der Disziplin, die eigentlich die Wichtigste für uns persönlich ist, nämlich dem Leben, sind wir allzu häufig gnadenlose Amateure, die operieren, ohne genau hinzusehen und uns der Zusammen-hänge bewusst zu sein.

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Wednesday, September 27, 2006

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Durch die Einübung Ihres neuen Selbstumgangs beruhigen Sie Ihr gieriges Greifen nach den Dingen dieser Welt, Sie werden viel gelassener. Durch das Zurücknehmen und Beherrschen Ihrer Sinne verfeinern Sie Ihre Wahrnehmung, Sie sind gespannter und sensitiver. Und schließlich werden Sie durch eine kontinuierliche und konsequente Übung Ihrer Person die Freiheit aus Ihren Bindungen erlangen. Was in Klammern steht, ist als Zu- und Übergang zur jeweiligen Haltung zu verstehen. Sie sehen also hin und beginnen dadurch genauer zu beobachten. Aus der Beobachtung entstehen Einsichten, die zur Erkenntnis Ihres Selbst führen. Daraus folgt das Üben eines neuen Selbstumgangs, was Ihnen die Möglichkeit eröffnet wirklich zu wählen.

Beobachten ist also der erste Schritt und bedeutet, das eigene Leben gewissermaßen von außen zu betrachten, es als die Versuchsanordnung eines Experiments zu nehmen. Oder anders formuliert: man schaut auf sich selbst herab aus der Vogelperspektive. Oder: Sie betrachten sich selbst, als spielten Sie Ihr Leben als eine Rolle im Theater und Sie selbst säßen im Zuschauerraum. Sehen Sie also genau und aufmerksam hin, aber urteilen Sie nicht hastig über das, was Sie sehen, denn schnell zu urteilen, verhindert, dass sich das vollständige Abbild Ihres Daseins vor Ihrem Auge erhebt. Wer hastet, wird nur Fragmente sehen, das ganze Bild bleibt ihm verborgen. Enthalten Sie sich eines schnellen Urteils, sonst erkennen Sie sich nicht tief genug und schreiben Sie auf, was Sie sehen. Es ist besser durch Beobachten eine persönliche Frage ganz präzise zu formulieren, als nach einer Antwort zu suchen. Sehen Sie hin, stellen Sie Fragen und versuchen Sie, was geschieht zu erkennen.

Erkennen des aktuellen und eines neuen Selbstumgangs bedeutet, entstehendem Schmerz nicht mehr auszuweichen. Denn natürlich werden in Ihren Geistes- und Körperübungen Widerstände gegen die neuen Rituale auftreten. Es ist aber elementar wichtig, diesen Empfindungen nicht auszuweichen, sondern sie durchzulassen. Das bedeutet, sie wahrzunehmen, zu beobachten und aufhören zu lassen. Sie sollen sich nicht mehr gegen jede Art von Körper- und Geistesleiden sperren, sondern sie beobachten und aufmerksam fühlen, um Beginn, Verlauf und Ende bewusst zu erfahren. Wenn Sie den Schmerz nicht mehr von sich abspalten und vermeiden wollen, gelangen Sie zu dem Empfinden, dass menschliche Einheit beide Teile umfasst. Das Erlangen dieses Bewusstseins bedeutet eine enorme Vergrößerung Ihrer Beweglichkeit zur Transformation. Durch Beobachten erkennen Sie, wann und wie es zu Ritualen kommt, wozu Gewohnheiten dienen und schließlich konkretisiert sich Ihre Vorstellung, wer Sie ohne die Bindung an unerwünschte Verhaltensweisen werden. Sie lassen die Zustände Ihres Lebens passieren und vorübergehen, das entzieht ihnen die Macht über Sie.

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Tuesday, September 26, 2006

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Liebeserklärung an die Selbstentfaltung

Sie können die einzelnen Unterkapitel auf zweierlei Weise betrachten: zum einen als Stufen einer Leiter, die Sie hinaufsteigen, um sie dann auf dem höheren Niveau nicht mehr zu benötigen. Zum anderen als Elemente, deren jedes einzelne die Entwicklung Ihrer Person anregt und deren Summe zur persönlichen Integration als fortdauernde Einheit führt. Sie können also Kapitel für Kapitel in der angegebenen Reihenfolge für sich erschließen und zum Teil Ihres Lebens machen oder sie selektieren und bestimmen eine Reihenfolge, die Ihren persönlichen Voraussetzungen entspricht. Auslassen können Sie allerdings keines der Elemente, denn es sind die einzelnen Facetten des Menschen, die Sie bei der Klärung Ihrer Person und der Verwirklichung Ihres Glücks durchschreiten.

Glücklicherweise ist es aber auch so, dass sich aus der Erkenntnis des einen der Wunsch nach dem anderen ergibt. Das heißt Ihr Losgehen erzeugt eine eigene Dynamik zum Weitergehen. Wenn Ihr Körper allmählich immer vitaler wird, wollen Sie ihn auch mehr bewegen und Sie erhalten ihn gesund, weil sie Hunger auf die richtige Nahrung haben und reine Genussmittel gar nicht mehr begehren. Wenn Sie dann weniger betäubt sind, sehnen Sie sich wie automatisch nach mehr Lebendigkeit und einem Verhalten, das Sie als konsistent empfinden. Aber auch wenn Sie mit den Gedankenübungen beginnen möchten, wird Ihnen das eine höhere Konzentration bescheren und zurückwirken auf Ihren Wunsch nach einem besseren Körperumgang und einem klareren Verhalten.

Unser konkretes Vorgehen besteht im Bewusstmachen unserer Bindungen durch Beobachten sowie dem Erlernen des rechten Umgangs mit sich selbst als Körperbeherrschung, Gedanken-klärung und der Handlungswahl. Das Einüben dieser drei Dimensionen, basiert auf folgender Technik, die das elementare Prinzip ist, nach dem Sie sich die drei Bereiche Ihres Daseins neu erschließen:

( Hinsehen )
>> Beobachten von Beginn und Ende eines Verhaltens
oder Umstandes

( Einsehen )
>> Erkennen des jeweiligen Verhaltens oder Umstandes

( Üben )
>>Wählen eines Verhaltens oder einer Haltung

( Heilen )

Das wirkt zunächst recht simpel und hat tatsächlich den Vorzug, dass es vom Prinzip her unkompliziert und leicht zu erfassen ist. Aber schon an einfachen Betrachtungen Ihrer eigenen Verhaltensweisen werden Sie feststellen, dass die Transformation Ihrer Person nicht von einem Tag auf den anderen durchführbar ist. Dass das Beschreiten des Weges ein gewisses Maß an Entschlossenheit und Geduld voraussetzt, mag vielleicht in einer anderen Beschreibung anklingen, die diesen Zusammenhang mit einem Blick auf den Lebensweg verknüpft. So vollzieht sich eine konstruktive Lebens-entwicklung als: Beruhigung - Verfeinerung - Befreiung.

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Monday, September 25, 2006

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Aus unserer Position können wir natürlich nur mutmaßen, warum Sie gerade dieses Buch lesen. Vielleicht befinden Sie sich momentan in einem recht unkonzentrierten Zustand und hasten durch Ihr Leben ohne Innehalten. Ihr Wahrnehmen, Denken und Handeln ist ein buntes Karussell der Ablenkungen und Tagträume, das Ihnen ans Herz gewachsen ist und das Sie in mancherlei Hinsicht als angenehm empfinden. Ihr tieferer Wunsch jedoch nach dem Empfinden von Einheit und Glück findet sein kurzes Aufleuchten nur noch in Spielfilmen, Büchern, der Kunst oder in den flüchtigen orgiastischen Erlebnissen der Sexualität oder des Alkohols. Vielleicht haben Sie all diese Erlebnisse als Konstruktionen, Täuschungen und Ersatz für die Tatsache geschaffen, dass das wirkliche Erleben dieser Zustände in Ihrem Leben fehlt. In diesem Zustand aber sind Sie sehr getrieben von Ihrer Gier nach immer neuen Erlebnissen, die als Schmerzmittel über die Unerfülltheit dieses tiefen Wunsches hinweghelfen sollen. So nehmen Sie passiv entgegen, was Ihnen vorgesetzt wird und begnügen sich mit einer ab und zu aufflackernden Ahnung davon, was Sie sein könnten, was Sie in sich tragen und was auf Entwicklung wartet. Den Weg dorthin beschreiten Sie nicht, weil er schwierig ist, lange dauert und nicht erfolgreich sein muss. Leider ist es aber der einzige Weg der zum glücklichen Dasein führt.

Unsere Überlegungen, Übungen und Fragen sollen Ihnen helfen, Ihren persönlichen Entwicklungsweg zu gehen. Wir wollen uns in den folgenden Abschnitten der Transformation Ihrer Person zuwenden, dem allmählichen Umbau Ihrer Gewohnheiten zu einer konstruktiveren Persönlichkeit. Sie sollen Beherrschung, Spannkraft und ein gesundes Selbstwertgefühl wiedergewinnen. Unser Wunsch für Ihre Entwicklung ist, Sie dazu anzuleiten, ein fröhlicher Mensch zu werden. Dazu ist es nötig, dass Sie sich beobachten, erkennen und Schritt für Schritt ein kontinuierliches Gleichgewicht erlangen. Die Schule menschlichen Daseins und Erlebens haben wir in drei Kategorien eingeteilt. Es sind die Erlernung der Körperbeherrschung, die Gedankenklärung und schließlich die Wahl eines Verhaltens, das ehrlich, frei und aufmerksam ist.

Zunächst ist es notwendig, Ihr eigenes System, die Bedingungen und Wirkungszusammenhänge Ihrer Person zu erkennen und genau zu betrachten. In allen Teilbereichen geht es darum, die Eigenarten Ihres Daseins einzusehen und an der Grenze neue und bessere Verhaltensweisen zu finden, um Ihr Leben freier zu führen. Wir gehen mit Ihnen in den kommenden Kapiteln überschaubare Schritte. Zuerst bemühen wir uns um die Körperbeherrschung, denn wenn Sie zu sehr von Ihren körperlichen Beschwerden und Bedürfnissen in Anspruch genommen werden, hindert Sie das daran, sich den anderen Teilen Ihrer Person mit der nötigen Konzentration zuzuwenden. Als zweites richten wir unseren Blick auf die Gedankenklärung, denn nur wenn Sie einen Weg aus dem Gestrüpp Ihrer unaufhörlichen Gedanken finden, gelangen Sie zu einer geöffneten Geisteshaltung als Voraussetzung einer zufriedenen und präsenten Lebenshaltung. Schließlich ist das dritte Kapitel der authentischen und glücklichen Verhaltensweise gewidmet, die sich aus den ersten beiden Kapiteln selbstredend ergibt, eigentlich nur deren Konsequenz ist. Es erscheint uns aber im Angesicht der Subtilität der Irritation unseres heutigen Daseins angebracht, auch die Wahl der rechten Handlungen ausdrücklich zu formulieren.

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Friday, September 22, 2006

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Wir sind als Menschen mit der Begabung ausgestattet, uns selbst zu beobachten. Wie unser Bewusstsein eine Begabung ist, ist es auch eine Aufgabe, die wir zu lösen haben. Davon handelt dieses Buch. Sie befinden sich im Augenblick in einer individuellen Situation, die durch die Ausprägung und Fokussierung verschiedener Aspekte Ihrer Persönlichkeit, wie Ihre körperliche Konstitution, Ihre Gemütsverfassung, Ihr soziales Umfeld und Ihre Arbeit gekennzeichnet ist. Die Kombination dieser Faktoren, genau diese Eigenschaften, Sichtweisen und Zuständen macht Ihre Person aus. Um sich darüber eine klarere Vorstellung zu machen, sollten Sie in den kommenden vierzehn Tagen Ihre Handlungen, Empfindungen, Wünsche und Wahrnehmungen dokumentieren. Beobachten Sie, was Sie die Tage tun und unternehmen und achten Sie darauf, wie Sie sich fühlen:

Wie ist Ihr Gemütszustand und was empfinden Sie körperlich, haben Sie Schmerzen oder sind Sie müde?
Sind Sie gerne mit den Menschen zusammen, die Sie umgeben?
Schreiben Sie es jeden Abend oder morgens detailliert auf, als Hilfe und Leitfaden können Sie die Überschriften der folgenden Kapitel nehmen.

Diese Dokumentation verschafft Ihnen einen ersten Überblick Ihres Zustandes und kann zu einem späteren Zeitpunkt helfen, Ihre Fortentwicklung einzuschätzen. Außerdem möchten wir damit Ihren ersten Lernschritt für eine neue Grundhaltung anregen, nämlich Wert auf Ihre Beobachtungen zu legen, denn das genaue Beobachten ist die Grundlage dieser ganzen Lebensschule. Das arglose Hinsehen von Kindern kann uns für eine konzentrierte Beobachtungshaltung den Anhaltspunkt geben, weil es noch unbeeinflusster und ruhiger ist.

Der Blick unserer Kindheit war in vielerlei Hinsicht ehrlicher, wenn auch insgesamt unbeholfener. Wir hatten sicherlich eine reinere Sichtweise der Welt und haben auch eine arglosere Verhaltensweise an den Tag gelegt. Leider hatten wir damals nicht den nötigen Einfluss auf unser Leben, um es nach diesen Vorstellungen zu gestalten. Persönliche Entwicklung bedeutet in dieser Gesellschaft, dass wir uns den Anforderungen über die Jahre unserer Kindheit, Jugend und Ausbildung allmählich anpassen. Wenn wir dann gesellschaftlich etabliert sind, hätten wir die Autorität und Kenntnis, unsere Vorstellungen für das eigene Leben durchzusetzen. Meist sind aber die unmittelbare Präsenz der kindlichen Reinheit und die Ideale der Jugend so verschüttet und entfernt, dass die Idee einer anderen Lebensweise nicht mehr fassbar ist. So ist unser Weg zum Teil auch ein Wiederfinden und Aufdecken dieser verlorenen Teile, um den Wunsch nach Freiheit zu reanimieren. Wir können zu der arglosen Unbeschwertheit unserer Kindheit wieder Zugang finden und ein Stück dieser Lebendigkeit in unserem heutigen Leben verwirklichen.

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Thursday, September 21, 2006

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Kein sehr betörendes Bild und es wäre nun müßig dies alles zu beklagen, ohne die Idee, diese Zustände von der Basis der Gesellschaft, nämlich dem eigenen Handeln und Erleben anzugehen. Das Erleben der Zufriedenheit mit der eigenen Lebensweise ist es, was den wirklichen Zusammenhalt einer Gesellschaft ermöglicht und stabilisiert. Wir müssen nicht unter diesen ganzen negativen Umständen leben, wenn wir aufhören sie zu akzeptieren und uns konsequent für das entscheiden, was uns richtig und gut erscheint. Der neuralgische Punkt unserer heutigen Situation scheint tatsächlich, dass der einzelne Mensch, trotz aller Erkenntnisse, welche die Menschheit allein in den letzten einhundert Jahren errungen hat und dem daraus erwachsenen Komfort und der persönlichen Möglichkeit, eher orientierungslos, getrieben und traurig ist als mutig und am Wandel interessiert.

Man hat vielleicht ein latentes Gefühl dafür, dass es so nicht weitergehen kann und dass auch das eigene Leben in die falsche Richtung führt, aber es fehlt oft an einer persönlichen Idee es zu ändern oder am Mut und der Konzentration, gewonnene Einsichten umzusetzen. Viele Menschen aber werden nicht einmal die Erkenntnis haben, dass die eigene Beherrschung und Selbstbestimmung von Körper, Geist und Verhaltensweise, die Befreiung aus Ihren Bindungen bedeutet und auch der einzige Weg in eine freiere Gesellschaft ist. Verstehen Sie, Sie können die Welt nicht ändern und dennoch kann sich die Welt nur ändern, wenn Sie sich ändern. Wenn wir nicht damit beginnen, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, werden wir weiter in unserem Unmut verharren und uns auf dem zweit- oder drittbestem Niveau unserer Möglichkeiten komfortabel einrich-ten, um schließlich den Komfort mit der Freiheit zu verwechseln und in unserer eigenen abgestandenen Luft langsam zu verküm-mern.


Erkenne Dich selbst

Würden Sie im Wald leben, könnten Sie dieses Buch zur Seite legen und nur Ihren Instinkten und Ihrer Intuition folgen, Ihr Weltbild würde sich zweifellos von selbst ergeben. Sie würden morgens von der ersten Sonne geweckt werden, sich räkeln und Ihre Umgebung betrachten. Wenn Sie Hunger verspürten, würden Sie Tiere jagen und Beeren sammeln. Sicherlich hätten Sie sich auch einige arglose Spiele und Unterhaltungen ausgedacht. Schließlich wären Sie Mitglied einer Sippe oder Familie, worüber Sie überhaupt nicht nachdächten und Sie würden sich fortpflanzen und wenn die Sonne sinkt Müdigkeit empfinden und von wilden Tieren und Flüssen träumen. Sie leben in einer komplexeren Welt, in der Sie allerlei Erleichterungen beim Jagen und Sammeln haben und einiges entscheiden und auswählen können. Ein eigentlich paradiesischer Zustand, solch eine Fülle von Möglichkeiten zu haben, warum sind Sie nicht vollkommen glücklich und zufrieden?

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Wednesday, September 20, 2006

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Die Gefahr einer Gesellschaft, die nach den Interessen einflussreicher Konzerne mit differenzierter Marktpsychologie manipuliert wird, ist leidlich bekannt. Doch das Interesse, diese Tatsachen zu sehen und auch die Chance zur Abgrenzung, im Angesichte einer steigenden Massivität wie Subtilität des Einflusses der einzelnen Industrien, wird geringer. Jeder einzelne von uns hat sich daran gewöhnt, von einer virtuellen Welt umgeben zu sein, die unsere Wünsche produziert und sie auch befriedigt. Lesen Sie den letzten Satz noch einmal langsam und deutlich durch: Jeder einzelne von uns hat sich daran gewöhnt, von einer virtuellen Welt umgeben zu sein, die unsere Wünsche produziert und sie auch befriedigt. Der Wunsch nach Abgrenzung von diesem vorgekauten Universum oder eine Alternative ist kaum noch vorstellbar, so tief ist die Irritation aus den grundlegenden menschlichen Wünschen und die Bindung in die falschen Rituale. In unserer Distanzlosigkeit spielen wir, angefangen bei unseren Freizeitbeschäftigungen über unsere Arbeit bis hin zur Sexualität, oft nur noch nach, was diese subtile Industriemaschine uns vorbetet. Selbst die engen, aber auch die entfernteren persönlichen Verbindungen scheinen mehr dem Marktmechanismus zu folgen als echtem menschlichen Anliegen. Ob wir uns die gesellschaftliche Teilnahmslosigkeit einer schleichenden Politikverdrossenheit, unsere steigenden Bezieh-ungsunfähigkeit in Scheidungsraten und Singledasein ansehen oder auch das Phänomen der Vereinsamung und Isolierung von Menschen, es zeigt unsere Wunschlosigkeit im Unglück.

Die Lehrer und Erzieher unseres Systems sind nicht nur Schulen und Eltern oder gar Vorbilder aus der Gesellschaft, sondern zunehmend die Medien und deren zweifelhafte, unechte Idole, die nur vermeintlich positive Werte vermitteln, weil Ihnen der Zugang zur Erkenntnis selbst fehlt und weil diejenigen, die Werbeetats verwalten müssen, nur von Vermittlungsinhalten profitieren, die unmittelbar oder mittelbar Umsätze erzeugen. So sind Umsatzzahlen und Wachstumsglauben die zentralen Entscheidungskriterien unserer ökonomisierten Gesellschaft. Was sich nicht zählen lässt, hat keinen Einfluss auf Entscheidungsprozesse. Wir mögen manchmal eine kurze Ahnung von der Verlogenheit dieses Theaters haben, meist dominiert jedoch der Glauben an das, was uns da vorgemacht wird. Die Erkenntnis, dass nicht unbedingt das Rationellste das Wünschenswerteste ist, verliert unbemerkt an Raum.

Erwachsenwerden scheint sich nur noch in der Anpassung an die Forderungen der Leistungsgesellschaft und dem Schmücken der eigenen Person mit den Symbolen eines bestimmten gesellschaftlichen Status zu vollziehen statt in der Ausprägung charakterlicher Stärke. Wie häufig sehen wir Verhaltensweisen von Managern und Vorsitzender großer Firmen und Konzerne, die sich auf dem charakterlichen Niveau von zwölfjährigen Jungen bewegen, für die nur Gewinnen zählt. Und auch so manches Verhalten von Politikern kann man von dieser fehlgelenkten Charakterbildung nicht ausnehmen.

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Tuesday, September 19, 2006

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2. Das Einmal Eins des heilen Menschen

Für die eiligen Leser haben wir auf den folgenden drei Seiten die vorangegangenen Kapitel zusammengefasst. Auch für alle anderen ist die Verdichtung hilfreich zum Überblick.

Unser gesellschaftliches Einvernehmen ist stärker von Statusdenken, Rücksichtslosigkeit und Konsum geprägt als von dem Wunsch, andere zu verstehen, ihnen zu vertrauen und sein Selbst zu beherrschen. Die Überzeugung, dass Konsum von Dingen und Dienstleistungen deckungsgleich mit Glück ist, wird kaum noch in Frage gestellt. Es scheint uns nicht einmal übertrieben, den Konsum als tragenden Teil unseres Weltbildes zu bezeichnen.

Die Meinungsbildung unserer Tage ist sehr stark durch die Massenmedien beeinflusst, die stärker auf die Repräsentation von Werten als auf die Entwicklung unserer Person zielen, um diese Werte tatsächlich zu leben. Wir haben falscher Weise gelernt, dass bei allem, seien es Menschen oder Dinge, die Verpackung dem Inhalt gleichzusetzen ist, weil die Zeit fehlt, sich dem wirklichen Inhalt zuzuwenden und weil der Wunsch, den Dingen auf den Grund zu sehen, durch das massive Informationsangebot paradoxer Weise nicht gefördert, sondern manipuliert und abgestumpft wird. Vom Taumel unseres Konsums ist uns mittlerweile so schwindlig, dass wir die Seichtheit unserer eigenen Lebensweise nicht mehr richtig vor Augen haben.

Viele leben in einer anonymen Stadtgesellschaft, in der Zeitknappheit und räumliche Enge sowie ein subtiles Faustrecht und fehlende Zivilcourage zum alltäglichen Erleben gehören. Das führt zu deutlichen Spannungen der Menschen untereinander. Mithin werden diese falschen Verhaltensweisen und das Fehlen eines zwar anerkannten aber nicht stattfindenden richtigen Verhaltens heute kaum noch hinterfragt. Der Unmut darüber wird hin und wieder individuell wie auch gesellschaftlich formuliert. Die Lösungswege sind ganz offensichtlich, werden aber nicht beschritten. So findet keine grundlegende Veränderung statt. Der Verlust des persönlichen Wunsches nach wirklich freier Entfaltung jenseits dessen, was uns unterhält und konsumierbar ist, wird geringer und kann durch Politik nicht erzeugt werden.

Die tatsächlich gelebten Werte und Vorstellungen einer Gesellschaft stimmen mit den Idealen der Politik nicht überein, sondern mit dem standardisierten Menschen- und Lebensbild aus den Massenmedien. Es ist nicht realistisch, auf permanentes Wirtschaftswachstum zu setzen, was die geistige und körperlicher Verkümmerung des Einzelnen zwangsläufig fördert, und sich andererseits eine Gesellschaft aus verantwortungsvollen Men-schen zu wünschen. Wir können diesen Spagat eine Zeit lang machen, besser ist es allerdings zu akzeptieren, dass Menschen, die sich nicht manipulieren lassen, auch mit weniger kaufen zufrieden sind und es wirtschaftlich nicht immer nur steil bergauf geht, dafür aber gesellschaftlich wärmer wird.

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Monday, September 18, 2006

Persönliche Revolution

Die Hoffnungsträger von morgen

Bildung ist der Grundstein unserer Wirtschaft. Nur wenn die Forschungstätigkeit einer Nation erfolgreich ist, kann sie Macht und Einfluss erhalten. Nun gut, aber wozu werden unsere Kinder aufgezogen? Zu gut funktionierenden Förderern unseres Wohl-standes offenbar, hier liegt das Augenmerk unseres Ausbildungs-bestrebens. Wer dagegen fragt danach, welche menschlichen Qualitäten Führungspersonen beispielsweise später haben? Wir können nicht erwarten, Unkraut zu säen und Früchte zu ernten, so bekommen wir nur das was heute herrscht, Macht-, Besitz- und Ellenbogenmenschen, die in ihrem Wesenskern verdorben sind.

Was wir in den Kapiteln der Transformation mit Ihnen besprechen und einüben, wäre überflüssig, wenn Ihnen das in Ihrer Jugend und Kindheit, in den intensivsten Phasen Ihrer Prägung bereits angeboten und vermittelt worden wäre. Warum bringt man Kindern nicht bei, wie sie sich richtig ernähren sollen, wie sie ihren Körper pflegen und in der richtigen Weise bewegen. Zwei Stunden Schulturnen die Woche als einziger Anhaltspunkt zur Erfahrung des eignen Körpers können vielleicht der Vorbereitung von Aufzucht und Selektion des Leistungssportes dienen, nicht aber der Entwicklung eines gesunden Körpers und wachsamen Körperumgangs. Würden schon Kinder lernen, auf Körper und Gesundheit bewusster zu achten, indem man ihnen Kenntnisse darüber beibringt, hätten wir geringere Kosten in unseren Krankenhäusern. Der Einfluss, den eine Ausbildung in gesunder Ernährungsweise, das Wissen über die Physiologie und die Wirkung von Bewegung auf das Wohlbefinden und die Entwicklung einer Person haben, ist kaum zu überschätzen. Falsche Überzeugungen im späteren Leben zu reparieren, ist weitaus aufwendiger und nicht unbedingt erfolgreich.

Man könnte Kindern helfen und sie aufklären, dass sie gegen Fritten und Fernsehen weitgehend immun werden. Darin sollte unsere Aufgabe als Erzieher liegen. Ob als Elternteil, Lehrer oder Kultusminister, es setzt natürlich die Klärung der eigenen Person voraus, sonst können wir nicht authentisch vermitteln, was wirklich förderlich ist. Um eine Wende in unserem gesell-schaftlichen Diskurs zu vollziehen, ist es notwendig, Menschen aufzuklären. Sie können eine Überzeugung aber nur ehrlich vermitteln, wenn Sie die Zusammenhänge verstanden haben und die Konsequenzen aus den Einsichten auch leben. Deshalb ist es so notwendig, die eigenen Verhaltensweisen zu überprüfen, bevor einer neuen Generation alte Vorbelastungen übertragen werden.

Auch der rechte Umgang mit den eigenen Gedanken, das Erlernen von Konzentration wird nicht wirklich vermittelt und praktiziert. Kinder werden in die Schule geschickt und nicht vom Fernsehen ferngehalten. Eine Sprache zu lernen oder sich in die abstrakten Gebilde der Mathematik einzufinden, mögen systemdienliche Disziplinen sein, dem Menschen in seiner Entwicklung und Selbstfindung können sie sicher nur sehr begrenzte Unterstützung geben. Was ist mit einer kindgerechten entwicklungsbegleitenden Philosophie, die dem Heranwachs-enden etwas über seine Verhaltensweisen und den Umgang mit Emotionen erklärt. Religionsunterricht oder eine Stunde Ethik die Woche hinken unserer heutigen Zeit so weit hinterher, daß sie den jungen Menschen meist wohl nicht zur Suche anleiten. Man sollte dem Heranwachsenden das Verständnis des Lebens dort näher bringen, wo er sich fragt, statt ihm irgendwelche Theorien nachplappern zu lassen und natürlich sind ein gesundes Maß an Wärme und Fürsorge nötig statt die Kinder zum Fernsehen wegzuschieben. Dort werden sie mit den falschen Wünschen infiltriert, um schon früh zu lernen genügend Kola, Klingeltöne und Klamotten in ihrem Leben zu kaufen.

Besteht denn unsere Verantwortlichkeit als Eltern und Erzieher nur darin, unseren Kindern eine gesicherte Stellung in dieser Gesellschaft zu verschaffen, damit sie die Nachfolge unseres misslungenen Weges antreten können? Wollen wir die künftigen Generationen wieder nur zu Ordnung und Erfüllung der konventionellen Regeln erziehen oder wollen wir ihnen die Chance geben, sich daraus zu befreien? Solange wir unsere Nachfahren immer wieder nur darauf abrichten, das bestehende zu wiederholen und innerhalb der existierenden Bedingungen eine möglichst angesehene Position zu ergattern, werden wir keine glücklichen Menschen und natürlich auch keine glückliche Gesellschaft erleben.
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Friday, September 15, 2006

Persönliche Revolution

Was bedeutet ein jüngeres Gesicht und ein abgesaugter Bauch für den Mann? Zum einen auf jeden Fall, dass man die fehlende Beherrschung und das schmutzige Leben der vergangenen Jahre, das sich im Gesichtausdruck abzeichnet, reparieren möchte. Ebenso, dass man durch eine Gesichtsrestauration einen höheren Marktwert hat, sei es im Geschäftsleben oder auf dem Markt der Partnersuche. Der Körper wird zum Objekt und genau genommen auch zum Statussymbol. Ein jugendlicher Körper bedeutet ein hohes gesellschaftliches Ansehen. Äußerliche Jugend ist ein Indiz für Reichtum und die Repräsentation von Unabhängigkeit. Wir bilden uns ein, beneidenswert zu sein, solange wir sexy sind. Diese Einstellung bedeutet eine enorme Abhängigkeit. Tatsächlich glücklich werden wir erst, wenn wir verstehen, wie diese enge Sichtweise die Qualität unserer Begegnungen jenseits dieser Fassaden vereitelt.

Wir werden uns in den nächsten Jahren noch allerlei Werbung ansehen, bevor unsere Körper ein einziges Implantat sind. Diese Sichtweise mag man als verkürzt beurteilen und tatsächlich betont sie eher die problematische Seite, zeigt aber deutlich die Entwicklungstendenz der heutigen Gesellschaft: Wir jagen modischen Äußerlichkeiten hinterher, um zufrieden zu werden, werden es dadurch aber nicht wirklich, weil wir unsere Probleme damit nur auf einen späteren Zeitpunkt vertagen und wegrennen statt uns zu verändern und unser inneres Blühen zu kultivieren.

Worin die elementare Ursache unseres verirrten Sexualverhaltens liegt und was daraus nur Folge ist, lässt sich schwer auseinanderhalten. Doch zweifellos kann man an dieser Stelle über die Fixierung des Patriarchats ebenso nachdenken wie über den wirklichen Fortschritt der Emanzipation. Denn, hat sich die Stellung der Frau gemessen am zunehmenden Konsum von Darstellungen, in denen die Frau nicht eben eine gleichbe-rechtigte Rolle einnimmt, tatsächlich verbessert? Es wirkt eher verlogen, auch wenn es mit männlichen Schuldgefühlen einhergeht. Ein anderer Gesichtspunkt in diesem Kontext ist die Tatsache, das wir in einem Jahrhunderte alten Patriarchat leben, deren männliche Ideen sich auch heute noch deutlich in den Vorgaben der Erziehung zeigen und so sind die späteren Auswirkungen spezieller Mädchen- und Jungenerziehung auf das Sexualverhalten nicht eben sehr überraschend. Männer erlauben sich Rechte, die sie Frauen nur begrenzt zugestehen und entziehen sich auch der Verantwortung für ihr Verhalten. Ob ein Matriarchat zu einer besseren Gesellschaft geführt hätte oder führen könnte, sei dahingestellt. Die Vorgabe der geschlecht-lichen Rollenzuschreibungen scheint uns jedoch weitgehend überholt und auch nicht weiter wünschenswert.

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Thursday, September 14, 2006

Persönliche Revolution

An der Grenze mag man behaupten, Aufklärung führe zu einem freiheitlicheren und zwangloseren Umgang. Nun gut, das ist akzeptabel, es hat aber heute keine Relevanz mehr. Die Wahrheit ist, dass sich der ganze Wirtschaftszweig der sich um die Sexualität rankt, dem Individuum keinen wirklichen Nutzen stiftet, sondern es eher ablenkt, sich anderen Dingen zuzuwenden und Sexualität entspannt und natürlich zu erleben. Wenn wir das Leben als eine möglichst ununterbrochene Kette erdenklichst intensiver Konsumerlebnisse verstehen, fügt sich das Angebot der Sexindustrie wunderbar in unser Leben ein, ansonsten ist es völlig überflüssig. Die Vermehrung der Abbildungen führt zu einer Verzerrung des natürlichen Sexualverhaltens. Wenn diese Branche vom heutigen Niveau aus weiter wachsen soll, bedeutet das nicht weniger, als dass wir alle immer häufiger Sexmessen besuchen, uns Fernsehsendungen über Sex ansehen und in der Konsequenz mehr Sex haben müssen. Tatsächlich ist das aber gar nicht möglich. Die Reizinflation führt nur zum Anwachsen sexueller Extreme. Die Extreme zu Stumpfheit im Zusammen-sein von Partnern.

Auch im Rahmen einer demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft lässt sich sicherlich um die Grenzen der Zensur und Liberalität ausführlich streiten, und die Frage, ob die Präsenz von Sexualität immer weiter zunehmen soll, bleibt. Am unteren Rand des Spektrums laufen Menschen bis auf die Augen verhüllt durch die Gegend, am oberen Rand sehen wir wirklich überall aufreizende Abbildungen des weiblichen Körpers. Auch des männlichen Körpers, aber in schwächerem Maße, weil die Verstärkung eines Kaufsignals durch einen sexuellen Inhalt bei Frauen nicht so stark anschlägt und Werbung für Frauenartikel in diese Richtung deshalb nicht so gut funktioniert. Falsch wäre aber der Schluss, dass Frauen bei der medialen Sexualisierung unbeschadet bleiben, denn sie sind zum einen mit den dadurch verbrämten Wünschen und Ansprüchen ihrer Sexualpartner konfrontiert, sofern sie heterosexuell ist. Zum andern ist das weibliche Sexualverhalten ebenso manipuliert und aus seiner natürlichen Grundhaltung deutlich irritiert.

Eine Erscheinung, an der sich die Abspaltung einer sexualisierten Gesellschaft deutlich erkennen lässt, ist die Machbarkeit von Schönheitsvergrößerung durch Operationen. Zweifellos haben diese Eingriffe große Konjunktur, man kauft sich heute einen neuen Mercedes und nächstes Jahr ein neues Gesicht. Schuldlose Kosmetik mit Farben und Düften wird zur chirurgischen Generalüberholung des Körpers gesteigert. Wir wollen hier nicht wiederholen, was sich an Körpern alles korrigieren lässt, nur die Tatsache, dass es möglich ist und zunehmend genutzt wird, entwirft ein Bild deutlicher Regression im Verhältnis zwischen Mann und Frau. Denn ganz offensichtlich fehlt es hier an Selbstachtung und Respekt. Führen wir uns die Implikationen einer Brustvergrößerung einmal vor Augen. Wir unterstellen, dass es nicht um die Therapie psychischer oder körperlicher Probleme geht, sondern die Operation der Verschönerung eines Körpers dient, der normal ist. Eine Frau also verändert ihre Brust, damit Männer sie attraktiver finden. Tut die alleinstehende Frau es, weil sie dann einen reicheren Partner findet oder weil sie sich besser fühlt, wenn sie von einer größeren Gruppe von Männern begehrt wird? Sie steigert dadurch vielleicht ihr Selbstwertgefühl und findet sich selbst schöner, doch auf welcher Basis wird sie dann begehrt, als schöne Puppe oder Spielzeug? Frauen möchten schön sein, um sich selbst lieben zu können. Immer mehr Geld und Aufmerksamkeit wird darauf verwandt, attraktiv zu sein. Ist eine Frau aber wirklich emanzipiert, solange sie versucht, begehrenswert zu sein? Es hinkt, wenn weibliche Emanzipation Unabhängigkeit bedeutet, weil die Frau die ihre Schönheit optimiert vom männlichen Urteil hochgradig abhängig ist. Sie mag dann zwar in den Jahren ihrer Jugend, gemessen an der Zahl der Männer die sie begehren und der Zahl der Frauen die sie beneiden, einen hohen Status genießen, doch im Verblühen ihrer Schönheit wird sie erkennen wie einsam und falsch diese Anerkennung war.

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Wednesday, September 13, 2006

Persönliche Revolution

Zärtlichkeit und Erotikindustrie

Körperliches Zusammensein ist der Ursprung menschlicher Harmonie. Bedenken wir die hohe Medienpräsenz und die latente Abhängigkeit weiter Teile unserer Gesellschaft, darf auch ein Blick auf die Implikationen der Sexualität nicht fehlen. Was ist los mit unserer Sexualität?

Die Sexualität dient der Fortpflanzung, sie dient den Sinnenfreuden und kann unter bestimmten Umständen zur Transformation der Person beitragen. Werfen wir einen Blick auf die Entwicklung sexueller Abbildungen. Über tausend Jahre schon gibt es erotische Darstellungen von Männern und Frauen, hundert Jahre lang Fotografien, seit vielleicht 50 Jahren Sexfilme und seit etwa 10 Jahren die Potenzierung des Ganzen im weltweiten Datennetz. Das erste, was sich aus dieser knappen Betrachtung sehen lässt: Die Zeit der Neuerungen verkürzt sich. Wenn wir uns Entwicklung und Gebrauch sexueller Inhalte ansehen, erhalten wir ein Abbild, welche Dimension die heutige Sexualität hat. Sie wird in vielen Bereichen zweckdienlich eingesetzt, wird überbewertet und missverstanden. Sexualität scheint mehr den Charakter einer Zivilisationskrankheit zu erlangen, als der Vermehrung zu dienen oder ein wirklicher Freudenbrunnen zu sein. Wie mit so vielem in der Wachstumsgesellschaft wird auch mit dem Sex ganz offenbar übertrieben.

Die treibende Kraft bei der Etablierung des weltweiten Datennetzes war der sexuelle Inhalt. Und nicht nur beim Aufbau, auch beim aktuellen Ge- und Missbrauch des Internets spielt Sex eine bedeutende Rolle. Natürlich ließe sich dieser Betrachtung entgegenhalten, sie sei puritanisch statt pluralistisch, aber die Freiheit und Toleranz im Umgang mit Sexualität ist nicht der Kern der Sache, sondern dass Sexualität industrialisiert ist, dass eben auch dieser Teil menschlichen Daseins dem Markt- und Werbemechanismus unserer Tage zunehmend unterworfen ist. Durch die leichte Produzierbarkeit und Wiederholbarkeit in unserer Kultur hat Sexualität eine deutliche Verstärkung erfahren. Doch sie befriedigt den originären sexuellen Wunsch nach körperlich geistiger Verschmelzung gar nicht, sondern fördert eher eine persönliche Irritation und führt in unerwünschte Bindungen. Sexuelle Inhalte werden in allen Medien dazu eingesetzt, Umsatzzahlen zu erhöhen. Im Internet geht es um die Erhöhung von Zugriffszahlen, im Fernsehen um hohe Einschaltquoten und im Bereich der Werbung schließlich darum, mit sexuellen Stimulationen einen Kaufimpuls zu katalysieren.

Das menschliche Reaktionsmuster auf sexuelle Reize ist biologisch determiniert und durch das Reproduzieren und Differenzieren dieser Reize in den Medien entsteht eine andauernde sexuelle Stimulation in unserem Alltag. Letztlich führt eine hohe Anreizung zu einer höheren Präsenz von Sexualität, die vermutlich über das dem Körper zuträgliche Maß hinausgeht. Jedes wirtschaftliche Handeln dient dazu, eine Dimension menschlichen Daseins zu verbessern und dieser Verbesserung zu verbreiten. Zur Sexualität passt das so schlecht wie zu keinem anderen Lebensbereich. Man kann akzeptieren, dass uns Fortschritt der schnelleren Überwindung von Distanzen dient oder höherwertige Nahrungsmittel die Lebensqualität verbessern. Wohin aber führt ein Wachstum in der Sexualität?

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Tuesday, September 12, 2006

Persönliche Revolution

Wir haben die Auswahl in unserem Dasein und empfinden die Möglichkeit unter vielen Alternativen zu wählen als normal, weil wir damit aufgewachsen sind und mit dem Zustand der Unfreiheit nur selten konfrontiert wurden. Statt aber wirklich zu leben, operieren wir häufig nur im beschränkten Raum unserer Konsummöglichkeiten. Wir wählen oftmals lediglich zwischen verschiedenen Möglichkeiten des Konsums und fühlen nur noch gelegentlich die tiefe Stumpfheit unseres Daseins in dem Gefühl von Langeweile und latenter Bedrücktheit. Wir haben vergessen, dass uns das Konsumieren nur vormacht, frei und glücklich zu sein. Unkontrollierter Konsum hält uns durch die Vorspiegelung eines begeisterten Daseins nur davon ab, wirklich glücklich zu werden. In unseren Konsumritualen empfinden wir für eine Zeitspanne scheinbar Glück und Lebendigkeit, um dann wieder in eine triste Realität zurückzufallen. Im Grunde befriedigt uns der Konsum aber nicht wirklich, sondern verdeckt lediglich den Schmerz über die Abspaltung von unserer eigenen Entwicklung für eine Zeit lang. Unser Leben bewegt sich dann nur im Teufelskreis von Niedergeschlagenheit und dem Rausch im Konsumerlebnis. Die Folgen übersteigerten Konsums sind körperliche Schäden und psychische Unausgewogenheit. Konsum als Ersatz für wirkliches Erleben macht krank und lähmt. Krankheiten sind der Ausdruck des zivilisierten Organismus gegen die falschen Rituale im Denken und Handeln. Obwohl wir heute alle Möglichkeiten haben, unser Leben zu wählen, sind große Teile unserer Gesellschaft offensichtlich nicht mehr in der Lage diese Chancen zu nutzen.

Nun ist die Betrachtung dieser Tatsachen auf den ersten Blick wenig fruchtbar, und sie lassen sich schnell als halbgare und pessimistische Gemeinplätze abtun. Die Implikationen der Akzeptanz dieses Zustandes sind auf den zweiten Blick jedoch sehr weitreichend. Ob wir ständig Kaffee trinken, viele Süßigkeiten essen, rauchen, uns seichtes im Fernsehen ansehen, einen schlechten oder gar keinen Umgang mit Menschen haben, Drogen nehmen oder nur noch arbeiten, um das alles aus unserem Bewusstsein zu verdrängen. Wir alle hängen von zweifelhaften Verhaltensweisen, Konsumgewohnheiten, von Rausch- und Aufputschmitteln mehr oder minder ab.

Durch die permanente Animation von Körper und Geist ist jeder einzelne von uns latent betäubt. Tagsüber arbeiten wir zu viel, abends lenken wir uns mit Fernsehen ab, gehen mit zu vollem Bauch schlafen und sind zu oft betrunken. Ein solches Leben schränkt die menschliche Möglichkeit in allen Belangen mehr oder minder permanent ein. Genau genommen beschneiden wir dadurch unsere Kritikfähigkeit, unsere Wachheit und Zu-rechnungsfähigkeit im Jetzt mehr oder weniger stark. Die wirtschaftliche Folge einer abhängigen Gesellschaft sind die hohen Kosten, welche die Solidarität unseres Systems an den Rand ihrer Möglichkeiten treibt. Vor allem aber verhindert die Blockierung das fließende Miteinander in menschlicher Gemeinsamkeit. Die Wachheit wieder zu erlangen und offen für menschliche Begegnungen zu sein ist der zentrale Inhalt des Hauptteils.


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Monday, September 11, 2006

Persönliche Revolution

Freiheit in abhängiger Umgebung

Über die ganzen Bilder, die wir uns ansehen, nähren wir permanent unsere Wünsche und erzeugen Sehnsüchte. Wir leben in einer kollektiven Illusion über unsere Welt, die aus den Medien gespeist wird und die wir wie ein Phantom permanent mit uns herumtragen. Unsere Person wird mehr und mehr ein Abbild, das dieses Phantom imitiert. Der menschliche Austausch ist durch Bilder von Personen geprägt und dabei wird die wirkliche Begegnung von Individuen allmählich verdrängt. Unser Leben läuft in der Bindung an Fernsehserien, berufliche Pflichten, eine vage Weltsicht, eine mehr oder weniger latente Religiosität und bestimmte Angewohnheiten ab, in denen wir nicht wirklich authentisch leben, sondern Bildvorgaben nachahmen.

Diese mentale Bindung korrespondiert mit vielen körperlich schädlichen Konsumgewohnheiten und Abhängigkeiten. Man assoziiert bei Abhängigkeit vielleicht die Drogensucht nach Schmerzmitteln oder Kokain, doch diese Grenzfälle, die sehr schnell zu geistigem und körperlichen Verfall führen, sind gemessen an den sogenannten legalen Abhängigkeiten eine verschwindend geringe Erscheinung. Viel verbreiteter ist der Konsum von Alkohol, Nikotin, Koffein, Zucker und Fernsehen. Wir stellen es heute kaum in Frage, ob diese Stoffe und Gewohnheiten unserem Körper dienlich sind, weil der Konsum gesellschaftlich so weit verbreitet und damit akzeptiert ist, dass eine unabhängige Person schon aus dem Rahmen fällt. Was uns bei Nikotin und Alkohol noch einleuchten mag, wird uns vielleicht bei dem Begriff der Koffein- und Zuckerabhängigkeit fragwürdig. Doch auch der Konsum von Kaffee und Zucker ist für die gesunde Ernährung des Menschen nicht notwendig, es schädigt ihn und weist Merkmale der Sucht auf.

Diese persönlichen Rauschmittel sind also gesellschaftlich etabliert und werden nicht als Abhängigkeiten identifiziert. Ob man Abhängigkeiten aber als Sucht bezeichnet oder wie weit sie akzeptiert wird, ist nur eine gesellschaftliche Norm, die wenig über die Degeneration des Einzelnen in seinen Konsumritualen sagt. Sie macht ebenso wenig eine Aussage über den Gesamt-zustand einer abhängigen Gesellschaft. Sehen wir den Drogen-konsum als Resultat unseres heutigen Zusammenlebens, erkennen wir den schlechten Zustand unserer Gesellschaft ganz besonders deutlich. Unsere Konsumabhängigkeit dokumentiert hochgradig die Bindung des Einzelnen an seine falschen Gewohnheiten. Sie ist eines der offensichtlichsten Merkmale unserer Unfreiheit, obwohl dies gesellschaftlich weitgehend tabuisiert ist. Dass die Abhängigkeit aber etabliert und akzeptiert ist, verringert die Tragweite dieses Themas nur dadurch, dass es aus dem Fokus allgemeiner Diskussion rückt.

Dass Werbung so offensichtlich mit dem Bedürfnis nach Befreiung aus Abhängigkeiten operiert, zeigt wie unfrei wir tatsächlich sind. Die persönliche Gefangenschaft ist ein zentraler Mangel unserer Tage. Denken Sie darüber mal nach: Wir sind aufgeklärt, wir sind überzeugt, wählen zu können, was wir wollen und dennoch fühlen wir uns unfrei. Sind wir tatsächlich freier als zu anderen Zeiten der Geschichte oder hat lediglich die Art der Diktatur sich verändert und es wird einfach nur unbemerkter regiert?
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Friday, September 08, 2006

Persönliche Revolution

Diejenigen, die sich dem Beeinflussungsapparat entziehen, sind in deutlicher Minderzahl. Die Mehrzahl wird getäuscht, indem ihnen populäre Vorteile verkauft werden statt für notwendige Veränderungen einzutreten. Folge ist, dass eine kleine Gruppe einflussreicher Menschen, mit begrenzten Interessen über die Geschicke einer Nation entscheiden. Bürger können sich erst für Richtigeres entscheiden, wenn sie sich dem vorgetäuschten Konsens unserer Tage bewusst entzogen haben.

Zweifellos ist heute jeder für die Anhäufung von Eigentum und dessen unerbittliche Verteidigung anfällig. Die Entwicklung der Person jenseits betriebswirtschaftlicher Ziele und Leistungs-anforderung tritt in den Hintergrund. Es ist aber nur ein bequemer Trugschluss, dass die Anhäufung materieller Werte, die dem Menschen adäquate Lebensform und eine Veränderung nicht möglich ist. Die Verbreitung dieses Irrglaubens dient denjenigen, die Angst vor Entwicklung und Erneuerung haben. Ob für den Menschen die immer stärkere Ausdifferenzierung des Konsums zum kompletten Weltbild werden kann, scheint fragwürdig. Wir denken aber immer mehr an unsere eigenen Bedürfnisse und unseren Besitz und vernachlässigen zunehmend die Kultivierung unserer tieferen Fähigkeiten wie die Pflege unserer Gemeinsamkeit als Menschen und Lebewesen. Dies führt zu fortschreitender Abspaltung des Einzelnen von seinen Mitmenschen und einer Vernachlässigung seiner eigenen Anlagen. Das eine fördert die Einsamkeit, das andere die Stumpfheit und beides das Lebensempfinden von Unglück.

Nun könnte es auf der Hand liegen, uns in Abwendung von der selbstgeschaffenen Sklaverei unseres Wirtschaftssystems der Kirche zuzuwenden, einer Sekte oder irgendeinem esoterischen Bund, um wieder Würde und Achtung zu erfahren statt Gier und Macht. Doch wird das Ausweichen keine wirkliche Änderung der Zustände bringen, höchstens einen zurückgezogenen abgetrenn-ten Raum, in dem man sich irgendwelchen Illusionen hingeben kann. Es lässt sich über die eine wie die anderen Institutionen ebenso viel Gutes wie Schlechtes feststellen, ohne eine lebenswerte Antwort für alle zu finden. Wir können in jeder Lehre eine tiefere Wahrheit finden, aber nur in uns Selbst die Antwort auf die Frage nach unserem Leben. Schließen wir uns allzu entschlossen irgendeiner Art von Bund oder Vereinigung an, laufen wir Gefahr, eine unerwünschte Bindung gegen eine andere zu tauschen. Wir werden damit aber nicht frei, wir wechseln nur die Zelle im Gefängnis. Wer uns glauben machen möchte, die Lösung liege im diesseitigen Leiden für das jenseitige Glück, erscheint uns ebenso zweifelhaft wie wer uns vormacht, wir könnten das Menschsein in andauernden seichten Vergnügungen durchdringen. Die blinde Glorifizierung religiöser oder esoterischer Überzeugungen füllt ebenso wenig den persönlichen Raum aus, wie der flache Hokuspokus unserer Medienkultur uns gestattet der zu sein, der wir wirklich sind. Ein freies Dasein werden wir nur führen können, wenn es uns gelingt, ins Jetzt zurück zu gelangen und darin zu bleiben.

Die Schwierigkeit, vor der wir heute stehen, besteht darin, dass wir für die Veränderung der Gesellschaft die Transformation ihrer Individuen brauchen, ein freierer Mensch aber eigentlich nur aus anderen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erwach-sen kann. Das Entstehen einer aufmerksameren Gesellschaft braucht also einen Menschen mit anderen Prioritäten, obgleich die heutige Gesellschaft einen solchen Menschen kaum fördert oder hervorbringt. Vielmehr wird die Litanei unserer Misere in allen Bereichen hoch und runter gebetet. Nun ist es aber tatsächlich nicht so ausweglos wie es scheint, denn auch wenn die Gesellschaft als Basis des Wechsels keine guten Voraus-setzungen bietet, hat der Einzelne durch die große Freiheit und hohe Sicherheit unseres Systems die Möglichkeit in seinem Leben zu beginnen. Das ist der Kern der Sache. Wir liegen falsch, wenn wir darauf warten, dass uns etwas vorgesetzt wird, was alles auf einmal ändert und heilt. Wir liegen richtig, wenn wir selbst beginnen, uns zu prüfen und unser eigenes Wesen kultivieren. Eine glückliche Gesellschaft ist die Summe entwickelter glücklicher Individuen.

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Thursday, September 07, 2006

Unser Gefängnis heisst ...

Unser Gefängnis heißt Wachstumsglaube, er bezieht sich nur auf den finanziellen Fortschritt, aber ein Wachstum unseres menschlichen Zusammenlebens und die Suche wirklich neuer Konzepte sind eine Randerscheinung. So wird die alltägliche Verlogenheit und Korruption in unserem System kaum besprochen, sondern als notwendiger Begleiter des gesellschaft-lichen Fortbestandes hingenommen. Statt an den grundlegenden Ursachen etwas zu ändern, was zunächst unpopulär macht, kümmert sich Politik um den kurzfristigen Machterhalt und Unternehmen um den Profit. Damit erlangt das Gesamtsystem durch die gegenseitige Förderung von Wirtschaft und Politik, also Profitmaximierung und Machterhalt, seine Stabilität. Sie können das sehr leicht beobachten, wenn Sie sich die Lobbyisten der einzelnen Industriezweige ansehen. Es sind die Bindeglieder zwischen Wirtschaft und Politik. Sie tragen die Konzern-interessen in die politische Entscheidung hinein.

Dass sich der Einzelne in diesem System aber immer weiter von seinem Selbst und seiner Verbindung zu den Mitmenschen entfernt, wird in diesem Gefüge nicht beachtet. Es geht um Funktionalität und genau genommen darum, den Zusammen-bruch des Bestehenden zu verhindern; ignorierend dass nur das Ende des Alten der Anfang und Übergang zum Neuen sein können. Ist dieses phantasielose Festhalten am überholten System nicht im Grunde genommen recht wenig durchdacht, weil es die Möglichkeit gescheitert zu sein auszublenden versucht und den neuen Weg blockiert?

Warum regieren in Politik oder wirtschaftlichen Organisationen Menschen für ein paar Jahre? Sie tun dies vielleicht, um schnell viel Geld zu verdienen um dann ein von diesem System unabhängiges Leben zu führen. Besitz beinhaltet natürlich immer die Gefahr des Verlustes und produziert so den Wunsch nach Machterhalt. Im Lebensablauf erworbene Seinsqualitäten erzeu-gen hingegen den Wunsch, diese weiterzugeben. So kann ein vornehmlich nach Besitz strebender Politiker nur schwer eine Position vertreten, in der er authentisch um das Wohl von Bürgern besorgt ist. Oder aber Führungspersonen wurden in ihrer Kindheit und Jugend zu wenig anerkannt und ihre Ideen und Wünsche hatten keinen Einfluss und sie streben nun nach Macht, um die Minderwertigkeiten aus dieser Zeit zu überwinden. Das bestehende System bestätigt sich dadurch selbst, dass diejenigen, die es durch ihre Führung in Politik und Gesellschaft leiten, so systemkompatibel und abgespalten von wirklich neuen Ideen sein müssen, um überhaupt erst in die Spitzenpositionen zu gelangen, um dann das System dieser verirrten Vorstellungen zu reproduzieren. Ein paar Personen haben in der Erbfolge finanzieller und politischer Macht den Einfluss unser System zu fixieren. Wahlen scheinen zwar demokratisch, konstituieren sich aber tatsächlich aus der unmündigen Fehlentscheidung manipulierter Wähler.
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Wednesday, September 06, 2006

Die Möglichkeit ...

Die Möglichkeit, dass die Effizienz der Wirtschaft nicht weiter oder langsamer wächst und wir dadurch weniger konsumieren und dann weniger arbeiten, scheint niemand ernsthaft zu erwägen. Stattdessen unterwerfen wir uns der Gier des immer größeren Konsums und einem enormen Leistungsdruck an Effizienz und Geschwindigkeit unserer persönlichen Zielerreichung. Wir übersehen, dass wir schon in einer hoch entwickelten Überflussgesellschaft leben, in der die Bevölkerung eine so reiche Versorgung hat, dass nicht mehr deren Existenz und Komfort das wirtschaftliche Anliegen ist, sondern die Erhaltung des Produktionswachstums. Jeder einzelne von uns muss möglichst viel konsumieren und deshalb massiv beworben werden, um durch seinen Konsum die Erhaltung von Wirtschaftkreislauf und Wohlstand zu gewährleisten.

Unser Vertrauen in den Wohlstand ist aber ein tiefsitzendes Missverständnis, wenn wir glauben, es ginge ganz direkt um unser persönliches Wohlbefinden. Primär ist in unserem System der persönliche Konsum Mittel und notwendiger Motor allen Wachstums. Es wird heute allgemein davon ausgegangen, dass der Konsum eines Menschen mit seinem Glück gleichzusetzen ist. Genau darin besteht das größte Handicap der Wachstumsgläubigkeit, denn es bedeutet die Fixierung der Menschen in Unglück und Trauer. Auch wenn über das vorgegaukelte Glück zahlloser Betäubungen durch Konsum ein ganz anderer Schein der aktuellen menschlichen Situation entsteht. Erst durch diese fragwürdige Verbindung von volkswirtschaftlichem Wohlstand und individuellem Glück wird der falsche Zauber unserer Konsumgesellschaft am Leben erhalten. Wenn man Wohlstand an Faktoren misst, die sich nicht quantifizieren lassen, aber dennoch einen erheblichen Einfluss aufs individuelle Wohlbefinden haben, kommt man zu einem ganz anderen Ergebnis. Denken Sie an das Betrachten der Schönheit einer Wiese, an die Begegnung mit freundlichen, entgegenkommenden Menschen oder an die Verwirklichung einer aufmerksamen Haltung der Menschen untereinander.

Wir können den weltweit höchsten Wohlstand erreichen und doch unglücklich in einer toten Umgebung leben. Es ist wissenschaftlich durchaus beweisbar, dass eine auf freiem Wettbewerb basierende Leistungsgesellschaft mehr Wohlstand im materiellen Sinne erzeugt als eine andere Form des wirtschaftlichen Zusammenlebens von Menschen. Allerdings bedeutet das natürlich nicht, dass Menschen damit auch glücklicher sind. Kann ein freiwilligeres Gesellschaftssystem durch gegenseitige Aufmerksamkeit und Kooperation nicht zu einem insgesamt lebenswerteren Ergebnis führen? Der Gedanke, die heutige Leistungsgesellschaft auch nach dem Zusammen-bruch der sozialistischen Systeme höchstens als die zweitbeste Lösung zu verstehen, ist aus dem Fokus der meisten Menschen fast verschwunden. Die aus der Tatsache eines suboptimalen Zustandes folgende Suche nach der besseren Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens findet nicht konsequent statt.
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Die Möglichkeit, dass die Effizienz der Wirtschaft nicht weiter oder langsamer wächst und wir dadurch weniger konsumieren und dann weniger arbeiten, scheint niemand ernsthaft zu erwägen. Stattdessen unterwerfen wir uns der Gier des immer größeren Konsums und einem enormen Leistungsdruck an Effizienz und Geschwindigkeit unserer persönlichen Zielerreichung. Wir übersehen, dass wir schon in einer hoch entwickelten Überflussgesellschaft leben, in der die Bevölkerung eine so reiche Versorgung hat, dass nicht mehr deren Existenz und Komfort das wirtschaftliche Anliegen ist, sondern die Erhaltung des Produktionswachstums. Jeder einzelne von uns muss möglichst viel konsumieren und deshalb massiv beworben werden, um durch seinen Konsum die Erhaltung von Wirtschaftkreislauf und Wohlstand zu gewährleisten.

Unser Vertrauen in den Wohlstand ist aber ein tiefsitzendes Missverständnis, wenn wir glauben, es ginge ganz direkt um unser persönliches Wohlbefinden. Primär ist in unserem System der persönliche Konsum Mittel und notwendiger Motor allen Wachstums. Es wird heute allgemein davon ausgegangen, dass der Konsum eines Menschen mit seinem Glück gleichzusetzen ist. Genau darin besteht das größte Handicap der Wachstumsgläubigkeit, denn es bedeutet die Fixierung der Menschen in Unglück und Trauer. Auch wenn über das vorgegaukelte Glück zahlloser Betäubungen durch Konsum ein ganz anderer Schein der aktuellen menschlichen Situation entsteht. Erst durch diese fragwürdige Verbindung von volkswirtschaftlichem Wohlstand und individuellem Glück wird der falsche Zauber unserer Konsumgesellschaft am Leben erhalten. Wenn man Wohlstand an Faktoren misst, die sich nicht quantifizieren lassen, aber dennoch einen erheblichen Einfluss aufs individuelle Wohlbefinden haben, kommt man zu einem ganz anderen Ergebnis. Denken Sie an das Betrachten der Schönheit einer Wiese, an die Begegnung mit freundlichen, entgegenkommenden Menschen oder an die Verwirklichung einer aufmerksamen Haltung der Menschen untereinander.

Wir können den weltweit höchsten Wohlstand erreichen und doch unglücklich in einer toten Umgebung leben. Es ist wissenschaftlich durchaus beweisbar, dass eine auf freiem Wettbewerb basierende Leistungsgesellschaft mehr Wohlstand im materiellen Sinne erzeugt als eine andere Form des wirtschaftlichen Zusammenlebens von Menschen. Allerdings bedeutet das natürlich nicht, dass Menschen damit auch glücklicher sind. Kann ein freiwilligeres Gesellschaftssystem durch gegenseitige Aufmerksamkeit und Kooperation nicht zu einem insgesamt lebenswerteren Ergebnis führen? Der Gedanke, die heutige Leistungsgesellschaft auch nach dem Zusammen-bruch der sozialistischen Systeme höchstens als die zweitbeste Lösung zu verstehen, ist aus dem Fokus der meisten Menschen fast verschwunden. Die aus der Tatsache eines suboptimalen Zustandes folgende Suche nach der besseren Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens findet nicht konsequent statt.
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Tuesday, September 05, 2006

Die neue Bescheidenheit

Unser Wohlstand funktioniert nur mit einem angriffslustigen und nach Vorteil strebendem Menschen, und die Wirtschaft muss wachsen, um den notwendigen Wohlstand zu erzeugen und alle satt zu machen. Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Doch ganz offenbar funktioniert es von Jahr zu Jahr schlechter. Es gibt immer mehr Arbeitslose, während eine kleine Gruppe Menschen immer reicher wird. In wenigen Jahrzehnten schwindet der Vorrat an Millionen Jahre alten natürlichen Ressourcen. Unsere Sozialversicherungssysteme kollabieren allmählich. Am deut-lichsten tritt der Anachronismus unseres Systems aber zu Tage, wenn wir in die Gesichter von Menschen sehen. Da fehlt das Glück, da fehlt das innere Strahlen.

Sehen wir uns exemplarisch für die Disfunktion unseres Systems die vielen Millionen Menschen an, die ohne Arbeit sind. Es ist eigentlich sehr einfach dafür eine Lösung zu finden, wenn man nicht starrsinnig an den hergebrachten Methoden festhält. Ziehen wir den Schleier unserer gewohnten Sichtweise weg, sehen wir folgendes: Ein Mensch muss sich ernähren, vor der Witterung schützen, sich kleiden und fortpflanzen. Damit das alles leichter für den Einzelnen wird, haben wir Menschen Kooperationen gebildet, um es bequemer zu haben. Nun sind diese Kooperationen mittlerweile Firmen und Konzerne, die so effizient sind, dass sie alle versorgen, ohne dass alle dafür arbeiten müssen. Jeder Mensch möchte aber etwas tun für seinen Unterhalt, das entspricht unserem Instinkt als Lebewesen und auch dem natürlichen menschlichen Gerechtigkeitsempfinden. Allein die vorhandene Arbeit unter allen aufzuteilen wäre ein vernünftiger Weg. Es wäre besser, wenn der Vorteil der hohen Effizienz unseres Wirtschaftssystems für alle etwas brächte, statt dass immer weniger Menschen immer mehr arbeiten und damit überlastet sind, und immer mehr Menschen gar nicht arbeiten und damit unglücklich sind, was man wohl im Bereich der höher dotierten Positionen behaupten kann. Aber auch bei den schlechter bezahlten Tätigkeiten könnte durch eine Reduzierung der Stunden aller Arbeitender Arbeitslose wieder beschäftigt werden. Wir gehen aber keinen neuen Weg, weil unsere Sicht viel zu verengt ist und wir in unserem Besitzdenken und unserer Egozentrik gefangen sind. Wir sehen zu, wie unser System allmählich kollabiert.

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Die neue Bescheidenheit

Unser Wohlstand funktioniert nur mit einem angriffslustigen und nach Vorteil strebendem Menschen, und die Wirtschaft muss wachsen, um den notwendigen Wohlstand zu erzeugen und alle satt zu machen. Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Doch ganz offenbar funktioniert es von Jahr zu Jahr schlechter. Es gibt immer mehr Arbeitslose, während eine kleine Gruppe Menschen immer reicher wird. In wenigen Jahrzehnten schwindet der Vorrat an Millionen Jahre alten natürlichen Ressourcen. Unsere Sozialversicherungssysteme kollabieren allmählich. Am deut-lichsten tritt der Anachronismus unseres Systems aber zu Tage, wenn wir in die Gesichter von Menschen sehen. Da fehlt das Glück, da fehlt das innere Strahlen.

Sehen wir uns exemplarisch für die Disfunktion unseres Systems die vielen Millionen Menschen an, die ohne Arbeit sind. Es ist eigentlich sehr einfach dafür eine Lösung zu finden, wenn man nicht starrsinnig an den hergebrachten Methoden festhält. Ziehen wir den Schleier unserer gewohnten Sichtweise weg, sehen wir folgendes: Ein Mensch muss sich ernähren, vor der Witterung schützen, sich kleiden und fortpflanzen. Damit das alles leichter für den Einzelnen wird, haben wir Menschen Kooperationen gebildet, um es bequemer zu haben. Nun sind diese Kooperationen mittlerweile Firmen und Konzerne, die so effizient sind, dass sie alle versorgen, ohne dass alle dafür arbeiten müssen. Jeder Mensch möchte aber etwas tun für seinen Unterhalt, das entspricht unserem Instinkt als Lebewesen und auch dem natürlichen menschlichen Gerechtigkeitsempfinden. Allein die vorhandene Arbeit unter allen aufzuteilen wäre ein vernünftiger Weg. Es wäre besser, wenn der Vorteil der hohen Effizienz unseres Wirtschaftssystems für alle etwas brächte, statt dass immer weniger Menschen immer mehr arbeiten und damit überlastet sind, und immer mehr Menschen gar nicht arbeiten und damit unglücklich sind, was man wohl im Bereich der höher dotierten Positionen behaupten kann. Aber auch bei den schlechter bezahlten Tätigkeiten könnte durch eine Reduzierung der Stunden aller Arbeitender Arbeitslose wieder beschäftigt werden. Wir gehen aber keinen neuen Weg, weil unsere Sicht viel zu verengt ist und wir in unserem Besitzdenken und unserer Egozentrik gefangen sind. Wir sehen zu, wie unser System allmählich kollabiert.

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Monday, September 04, 2006

Die Aufzählung von ...

Die Aufzählung von Identitäten und Charaktereigenschaften, die von der Werbung zu Umsatzzwecken gebildet werden, ist lang und wir werden damit täglich konfrontiert. Es sind nicht nur die Erfolgstypen, die hier stilisiert werden, sondern auch smarte Verlierer. Einfach alles und jeder muss in ein Bild gezwängt werden, um etwas verkaufen zu können. Durch die vielfache Wiederholung von vermeintlichen Eigenschaften, die dem Benutzer bestimmter Marken zugeschrieben wird, versinken die tatsächlichen Eigenschaften allmählich hinter der Fassade der Attitüden. Diese Zuordnung gewöhnt uns das Hinsehen schritt-weise ab, weil wir Menschen viel zu schnell nach dem im Fernsehen erlerntem Muster einordnen. Wir begegnen dann aber nur noch dem Typ, nicht mehr der Person. So einfach ist das.

Die Medienpräsenz ist in unserer gegenwärtigen Kultur so unfragwürdig geworden, dass man sich Werbung mit Interesse ansieht, weil die Menschen darin zu Vorbildern geworden sind. Und tatsächlich wird unser wirklich stattfindendes Leben immer stärker durch das in den Medien vorgespielte Leben beeinflusst. Wir wiederholen pausenlos die standardisierten Vorgaben dieser simulierten Welt. So laufen wir Gefahr, dass die Simulation immer stärker zu unserer Realität wird, was im Extrem nicht weniger bedeutet, als dass wir gar nicht mehr wirklich handeln, lieben und leben, sondern nur noch die Bilder und Szenen aus unseren Fernseherlebnissen nachspielen. Der menschliche Austausch wäre somit standardisiert und tot, weil unsere Handlungen als Reaktionsmuster festgelegt sind. Wenn Sie genau hinsehen, können Sie diese Erscheinung schon heute deutlich erkennen. Solange aber die vermeintlichen Personen aus den Medien prosperieren, verringern sie den Raum wirklicher Persönlichkeiten an Stelle dieser verwirrten Bilder. Erst jenseits dieses Spiegelkabinetts ist Platz für Wesen, die nicht durch die Präsentation von Accessoires etwas darstellen, sondern eine Überzeugung gefunden haben und diese leben.

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Friday, September 01, 2006

Auch an der Markenkleidung ...

Auch an der Markenkleidung, die wir täglich tragen, sehen wir gut die hohe Differenzierung von „Typen“ und wie durch Beeinflussung Wünsche (Mode) erzeugt werden, die sich rein aus einer momentanen Vorstellung nähren, aber nicht unbedingt nützlich sind. Wir werden an der Nase herumgeführt und trickreich von dem abgelenkt was nichts kostet und uns glücklicher machen könnte zugunsten dessen was käuflich ist, uns aber tatsächlich nur kurze Zeit befriedigt. Ein nicht minder gutes Beispiel wie uns Werbung etwas vorspiegelt, was wir sein könnten, finden wir im Dunstkreis der Alkoholika. Wer und was ist man alles, wenn man ein alkoholisches Getränk zu sich nimmt. Ein Mann trinkt eine Flasche Bier und springt todesmutig von einer hohen Klippe metertief ins Meer. Ein Held. Männer wollen Helden sein und selbstlose Siege vor den Augen ihrer Angebeteten erringen und Frauen wollen von heldenhaften Männern begehrt werden. Aber setzen wir uns wirklich mutig ein, oder verfolgen wir nur egoistische Ziele und betrinken uns abends mit Bier, weil wir den Schmerz dieser Abspaltung vom Wunsch menschlicher Gemeinschaft sonst nicht ertragen können? Hinzu kommt, dass wir genau genommen nicht nur zum Kauf von Alkoholika und Zigaretten animiert werden, sondern im gleichen Schritt dazu, uns zu betäuben und unseren Körper zu zerstören. Denken Sie mal über die kaffeetrinkende Erfolgsfrau nach. Sie funktioniert den ganzen Tag, weil Sie durchweg Kaffee trinkt. Sie steht schon um fünf Uhr auf, um sich die Haare zu stylen, die bis abends beim Sex mit einem Bilderbuchmann tadellos halten müssen. Den ganzen Tag hat sie Erfolg, Freunde um sich und ist angesehen in der Kunstszene. Auch hier wird ein Bild entworfen. Die Frau von heute, die so lange von allen Massenmedien hoch und runter gebetet wird, bis sie unfragwürdiger Bestandteil unserer Überzeugung ist. Tatsächlich haben wir aber gar nicht darüber nachgedacht. Täten wir das, wäre uns schnell klar, dass wer dauernd Kaffee trinkt, krank wird.

Der Illusion darüber, was der moderne Mensch besitzen muss, ist kaum eine Grenze gesetzt, seien es Kleidung, Automobile, Reisen oder Unterhaltungselektronik. Positiv betrachtet, verbessert der Fortschritt natürlich den Komfort, doch ist fraglich, ob der Preis, den ein Käufer für eine Beschleunigungs-verbesserung durch den Kauf eines neuen Automobils um sagen wir eine Sekunde in einer guten Relation zu vielen zehntausend Euro steht, die er dafür ausgibt. Werbung operiert immer stärker mit der Schaffung eines kompletten Produktuniversums, mit dem Anspruch der Allgegenwärtigkeit. Sie kaufen in der Kosmetikwelt mit einem simplen Deostift ein Stück Karibik und natürlich Erotik. Dichte und Subtilität der Manipulation ist heute schon auf solch hohem Niveau, dass es schwierig ist, sich dem Einfluss zu entziehen. Eigentlich denken wir in vielen Entscheidungen gar nicht mehr nach, sondern imitieren nur noch die Vorgabe, die uns Werbung häufig genug vorgespielt hat. Wir sind mehr oder minder mittendrin und bemerken gar nicht mehr, wie stark die Fremdbestimmung ist.

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