Persönliche Revolution
Die Hoffnungsträger von morgen
Bildung ist der Grundstein unserer Wirtschaft. Nur wenn die Forschungstätigkeit einer Nation erfolgreich ist, kann sie Macht und Einfluss erhalten. Nun gut, aber wozu werden unsere Kinder aufgezogen? Zu gut funktionierenden Förderern unseres Wohl-standes offenbar, hier liegt das Augenmerk unseres Ausbildungs-bestrebens. Wer dagegen fragt danach, welche menschlichen Qualitäten Führungspersonen beispielsweise später haben? Wir können nicht erwarten, Unkraut zu säen und Früchte zu ernten, so bekommen wir nur das was heute herrscht, Macht-, Besitz- und Ellenbogenmenschen, die in ihrem Wesenskern verdorben sind.
Was wir in den Kapiteln der Transformation mit Ihnen besprechen und einüben, wäre überflüssig, wenn Ihnen das in Ihrer Jugend und Kindheit, in den intensivsten Phasen Ihrer Prägung bereits angeboten und vermittelt worden wäre. Warum bringt man Kindern nicht bei, wie sie sich richtig ernähren sollen, wie sie ihren Körper pflegen und in der richtigen Weise bewegen. Zwei Stunden Schulturnen die Woche als einziger Anhaltspunkt zur Erfahrung des eignen Körpers können vielleicht der Vorbereitung von Aufzucht und Selektion des Leistungssportes dienen, nicht aber der Entwicklung eines gesunden Körpers und wachsamen Körperumgangs. Würden schon Kinder lernen, auf Körper und Gesundheit bewusster zu achten, indem man ihnen Kenntnisse darüber beibringt, hätten wir geringere Kosten in unseren Krankenhäusern. Der Einfluss, den eine Ausbildung in gesunder Ernährungsweise, das Wissen über die Physiologie und die Wirkung von Bewegung auf das Wohlbefinden und die Entwicklung einer Person haben, ist kaum zu überschätzen. Falsche Überzeugungen im späteren Leben zu reparieren, ist weitaus aufwendiger und nicht unbedingt erfolgreich.
Man könnte Kindern helfen und sie aufklären, dass sie gegen Fritten und Fernsehen weitgehend immun werden. Darin sollte unsere Aufgabe als Erzieher liegen. Ob als Elternteil, Lehrer oder Kultusminister, es setzt natürlich die Klärung der eigenen Person voraus, sonst können wir nicht authentisch vermitteln, was wirklich förderlich ist. Um eine Wende in unserem gesell-schaftlichen Diskurs zu vollziehen, ist es notwendig, Menschen aufzuklären. Sie können eine Überzeugung aber nur ehrlich vermitteln, wenn Sie die Zusammenhänge verstanden haben und die Konsequenzen aus den Einsichten auch leben. Deshalb ist es so notwendig, die eigenen Verhaltensweisen zu überprüfen, bevor einer neuen Generation alte Vorbelastungen übertragen werden.
Auch der rechte Umgang mit den eigenen Gedanken, das Erlernen von Konzentration wird nicht wirklich vermittelt und praktiziert. Kinder werden in die Schule geschickt und nicht vom Fernsehen ferngehalten. Eine Sprache zu lernen oder sich in die abstrakten Gebilde der Mathematik einzufinden, mögen systemdienliche Disziplinen sein, dem Menschen in seiner Entwicklung und Selbstfindung können sie sicher nur sehr begrenzte Unterstützung geben. Was ist mit einer kindgerechten entwicklungsbegleitenden Philosophie, die dem Heranwachs-enden etwas über seine Verhaltensweisen und den Umgang mit Emotionen erklärt. Religionsunterricht oder eine Stunde Ethik die Woche hinken unserer heutigen Zeit so weit hinterher, daß sie den jungen Menschen meist wohl nicht zur Suche anleiten. Man sollte dem Heranwachsenden das Verständnis des Lebens dort näher bringen, wo er sich fragt, statt ihm irgendwelche Theorien nachplappern zu lassen und natürlich sind ein gesundes Maß an Wärme und Fürsorge nötig statt die Kinder zum Fernsehen wegzuschieben. Dort werden sie mit den falschen Wünschen infiltriert, um schon früh zu lernen genügend Kola, Klingeltöne und Klamotten in ihrem Leben zu kaufen.
Besteht denn unsere Verantwortlichkeit als Eltern und Erzieher nur darin, unseren Kindern eine gesicherte Stellung in dieser Gesellschaft zu verschaffen, damit sie die Nachfolge unseres misslungenen Weges antreten können? Wollen wir die künftigen Generationen wieder nur zu Ordnung und Erfüllung der konventionellen Regeln erziehen oder wollen wir ihnen die Chance geben, sich daraus zu befreien? Solange wir unsere Nachfahren immer wieder nur darauf abrichten, das bestehende zu wiederholen und innerhalb der existierenden Bedingungen eine möglichst angesehene Position zu ergattern, werden wir keine glücklichen Menschen und natürlich auch keine glückliche Gesellschaft erleben.
http://bistdufrei.de

1 Comments:
Die Grenzen der Scholastik
Die Begriffe, welches soziales Handeln erklären, können nicht nur mit einer theoretisch-funktionalen Perspektive verstanden werden, sondern müssen gemäß ihrer praktischen Herkunft stets relational zu erfassen sein, da dieses den Zusammenhang in der praktischen Wirklichkeit definiert.
Für die soziale Positionierung des Individuums ist das ökonomische Kapital entscheidend, welches durch kulturelle Kapitalien nachrangig ergänzt wird. Die Ökonomie definiert die Geschmacksrichtung der einzelnen Milieus und bildet somit das Primat der Form über die Funktion.
Der Habitus, vermittelt zwischen Struktur- und Handlungspraxis, erzeugt objektiven Sinn ohne eine subjektive Absicht zu verfolgen. Das Haben von verschiedenen Kapitalien wird zum Sein. Die Dispositionen sind unbewusst und internalisiert. Die persönliche Freiheit findet nur innerhalb dieser Grenzen statt. Der Habitus ist im Kindesalter durch das Elternhaus erworben worden. In Abhängigkeit von unserer materiellen Basis, also je nach sozialer Schicht, entwickelt sich ein anderer Habitus. Welcher weitestgehend im Verlauf unseres Lebens erhalten bleibt und zur zweiten Natur des Menschen wird.
Der Denker soll keine logischen Modelle konstruieren, welche die größtmögliche Anzahl von beobachtbaren Fällen am schlüssigsten und reduziertesten definiert. Da diese Modelle durch ihre Verkürzung falsch und gefährlich sind, ist die Konsequenz das die Logik der Praktiken überschätzt werden würde. Zentrales Anliegen ist also die Logik der Praxis zu beschreiben, auch wenn sie nicht mit der Praxis der Logik identisch ist. Die Logik der Praxis ist logisch bis zu dem Punkt, an dem logisch sein nicht mehr praktisch wäre.
Ebenso stellen rein ästhetische Urteile eine Universalisierung des Einzelfalls da. Hierbei wird einen Art von höherer Kultur definiert, die ihren Mitgliedern durch den sozialen Status Zugang gewährt, welcher wiederum an die ökonomischen Verhältnisse gekoppelt ist. Das Medium der Selektion sind Codierungen, die nur dem Bildungsadel vermittelt werden. Jegliches Objekt der Betrachtung ist in eine primäre und eine sekundäre Bedeutung gespalten. Wobei die primäre Bedeutung aus der praktischen Erfahrung resultiert. Die sekundäre Bedeutung des Objekts unterliegt kultur-historischen Inhaltsspuren, die durch Bildung vermittelt werden und somit nicht allen zugänglich sind. Somit ergibt sich eine Kohärenz zwischen bspw. Politik, Bildung, Sprache und Kunst, die letztlich auf ein und die gleiche Funktion zu reduzieren ist. Anhand des Statusattributes, welches der Milieus spezifischen Codierung unterliegt, werden gesellschaftliche Chancen vergeben und entsprechende Zugänge negiert.
Prof. Eduard Meyers
2:27 AM
Post a Comment
<< Home