Wednesday, September 27, 2006

simplify

Durch die Einübung Ihres neuen Selbstumgangs beruhigen Sie Ihr gieriges Greifen nach den Dingen dieser Welt, Sie werden viel gelassener. Durch das Zurücknehmen und Beherrschen Ihrer Sinne verfeinern Sie Ihre Wahrnehmung, Sie sind gespannter und sensitiver. Und schließlich werden Sie durch eine kontinuierliche und konsequente Übung Ihrer Person die Freiheit aus Ihren Bindungen erlangen. Was in Klammern steht, ist als Zu- und Übergang zur jeweiligen Haltung zu verstehen. Sie sehen also hin und beginnen dadurch genauer zu beobachten. Aus der Beobachtung entstehen Einsichten, die zur Erkenntnis Ihres Selbst führen. Daraus folgt das Üben eines neuen Selbstumgangs, was Ihnen die Möglichkeit eröffnet wirklich zu wählen.

Beobachten ist also der erste Schritt und bedeutet, das eigene Leben gewissermaßen von außen zu betrachten, es als die Versuchsanordnung eines Experiments zu nehmen. Oder anders formuliert: man schaut auf sich selbst herab aus der Vogelperspektive. Oder: Sie betrachten sich selbst, als spielten Sie Ihr Leben als eine Rolle im Theater und Sie selbst säßen im Zuschauerraum. Sehen Sie also genau und aufmerksam hin, aber urteilen Sie nicht hastig über das, was Sie sehen, denn schnell zu urteilen, verhindert, dass sich das vollständige Abbild Ihres Daseins vor Ihrem Auge erhebt. Wer hastet, wird nur Fragmente sehen, das ganze Bild bleibt ihm verborgen. Enthalten Sie sich eines schnellen Urteils, sonst erkennen Sie sich nicht tief genug und schreiben Sie auf, was Sie sehen. Es ist besser durch Beobachten eine persönliche Frage ganz präzise zu formulieren, als nach einer Antwort zu suchen. Sehen Sie hin, stellen Sie Fragen und versuchen Sie, was geschieht zu erkennen.

Erkennen des aktuellen und eines neuen Selbstumgangs bedeutet, entstehendem Schmerz nicht mehr auszuweichen. Denn natürlich werden in Ihren Geistes- und Körperübungen Widerstände gegen die neuen Rituale auftreten. Es ist aber elementar wichtig, diesen Empfindungen nicht auszuweichen, sondern sie durchzulassen. Das bedeutet, sie wahrzunehmen, zu beobachten und aufhören zu lassen. Sie sollen sich nicht mehr gegen jede Art von Körper- und Geistesleiden sperren, sondern sie beobachten und aufmerksam fühlen, um Beginn, Verlauf und Ende bewusst zu erfahren. Wenn Sie den Schmerz nicht mehr von sich abspalten und vermeiden wollen, gelangen Sie zu dem Empfinden, dass menschliche Einheit beide Teile umfasst. Das Erlangen dieses Bewusstseins bedeutet eine enorme Vergrößerung Ihrer Beweglichkeit zur Transformation. Durch Beobachten erkennen Sie, wann und wie es zu Ritualen kommt, wozu Gewohnheiten dienen und schließlich konkretisiert sich Ihre Vorstellung, wer Sie ohne die Bindung an unerwünschte Verhaltensweisen werden. Sie lassen die Zustände Ihres Lebens passieren und vorübergehen, das entzieht ihnen die Macht über Sie.

http://bistdufrei.de

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