Thursday, September 07, 2006

Unser Gefängnis heisst ...

Unser Gefängnis heißt Wachstumsglaube, er bezieht sich nur auf den finanziellen Fortschritt, aber ein Wachstum unseres menschlichen Zusammenlebens und die Suche wirklich neuer Konzepte sind eine Randerscheinung. So wird die alltägliche Verlogenheit und Korruption in unserem System kaum besprochen, sondern als notwendiger Begleiter des gesellschaft-lichen Fortbestandes hingenommen. Statt an den grundlegenden Ursachen etwas zu ändern, was zunächst unpopulär macht, kümmert sich Politik um den kurzfristigen Machterhalt und Unternehmen um den Profit. Damit erlangt das Gesamtsystem durch die gegenseitige Förderung von Wirtschaft und Politik, also Profitmaximierung und Machterhalt, seine Stabilität. Sie können das sehr leicht beobachten, wenn Sie sich die Lobbyisten der einzelnen Industriezweige ansehen. Es sind die Bindeglieder zwischen Wirtschaft und Politik. Sie tragen die Konzern-interessen in die politische Entscheidung hinein.

Dass sich der Einzelne in diesem System aber immer weiter von seinem Selbst und seiner Verbindung zu den Mitmenschen entfernt, wird in diesem Gefüge nicht beachtet. Es geht um Funktionalität und genau genommen darum, den Zusammen-bruch des Bestehenden zu verhindern; ignorierend dass nur das Ende des Alten der Anfang und Übergang zum Neuen sein können. Ist dieses phantasielose Festhalten am überholten System nicht im Grunde genommen recht wenig durchdacht, weil es die Möglichkeit gescheitert zu sein auszublenden versucht und den neuen Weg blockiert?

Warum regieren in Politik oder wirtschaftlichen Organisationen Menschen für ein paar Jahre? Sie tun dies vielleicht, um schnell viel Geld zu verdienen um dann ein von diesem System unabhängiges Leben zu führen. Besitz beinhaltet natürlich immer die Gefahr des Verlustes und produziert so den Wunsch nach Machterhalt. Im Lebensablauf erworbene Seinsqualitäten erzeu-gen hingegen den Wunsch, diese weiterzugeben. So kann ein vornehmlich nach Besitz strebender Politiker nur schwer eine Position vertreten, in der er authentisch um das Wohl von Bürgern besorgt ist. Oder aber Führungspersonen wurden in ihrer Kindheit und Jugend zu wenig anerkannt und ihre Ideen und Wünsche hatten keinen Einfluss und sie streben nun nach Macht, um die Minderwertigkeiten aus dieser Zeit zu überwinden. Das bestehende System bestätigt sich dadurch selbst, dass diejenigen, die es durch ihre Führung in Politik und Gesellschaft leiten, so systemkompatibel und abgespalten von wirklich neuen Ideen sein müssen, um überhaupt erst in die Spitzenpositionen zu gelangen, um dann das System dieser verirrten Vorstellungen zu reproduzieren. Ein paar Personen haben in der Erbfolge finanzieller und politischer Macht den Einfluss unser System zu fixieren. Wahlen scheinen zwar demokratisch, konstituieren sich aber tatsächlich aus der unmündigen Fehlentscheidung manipulierter Wähler.
http://bistdufrei.de

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