Wednesday, November 08, 2006

Gedankenklärung

Beginnen Sie zunächst, den Verlauf Ihrer Gedanken einige Minuten genau zu verfolgen. Setzen oder legen Sie sich hin, ganz wie es Ihnen angemessen erscheint, um für diese Übung entspannt zu sein, aber nicht müde zu werden. Schließen Sie die Augen und betrachten Sie, was Sie denken. Was taucht vor Ihrem geistigen Auge auf? Etwas, das Sie noch erledigen müssen, etwas, das ein anderer Mensch zu Ihnen sagte, etwas, das Sie erreichen möchten oder Bilder die Sie heute gesehen haben. Lassen Sie was kommt einfach laufen und sehen Sie zu, solange es Ihnen angemessen erscheint. Lassen Sie nicht zu schnell locker, aber zwingen Sie sich auch nicht zu lange. Die Kunst liegt darin, der Konzentration jeden Tag ihre Übungszeit einzuräumen, um das Erlernte allmählich in den täglichen Ablauf des Lebens einfließen zu lassen. Also beginnen Sie mit dieser Gedankenbeobachtung ein paar Minuten jeden Tag und wenn die Freude daran wächst, wenn sich ein gutes Empfinden und Fließen während des Übens einstellt, weiten Sie die Zeit aus. Sie können sich zum Beispiel daran gewöhnen, einen Tag damit zu beginnen und zu beenden, indem Sie mit dieser Übung eine bewusste Klammer um den Tag setzen. Beim Üben führen am besten Entspanntheit und das Empfinden von Leichtigkeit Regie. Das gilt für diese Aufgabe wie für alle anderen, die wir Ihnen hier vorstellen: Zwingen Sie nichts, aber seien Sie auch nicht nachlässig. Zu zwingen, erzeugt nur Widerstände in Ihnen, die dem Fortschritt hinderlich sind. Besser ist zu versuchen, Gedanken zuzulassen und mit dem Wunsch zu beobachten, etwas zu erfahren. Eine gute Haltung ist die, die man beim Spielen einnimmt, haben Sie eine Vorstellung von dieser Art ungezielten Experimentierens?

Zu Beginn werden Ihre Gedanken vermutlich sehr dicht aufeinander folgen und sich sogar überlagern. Sie denken an sieben Sachen gleichzeitig, aber an nichts richtig. Das kommt jedoch keineswegs daher, dass Sie Ihre Gedanken beobachten, sondern es ist der Spiegel Ihres gewöhnlichen Denkprozesses, der Art also, wie Ihre Gedanken für gewöhnlich ablaufen. Es ist natürlich keineswegs hinderlich, diese Beobachtung während einer alltäglichen Situation vorzunehmen, es hilft Ihnen, Ihre Gedankenwelt allmählich auszuloten. Sie bestimmen durch Ihren Lebenswandel, durch die Menschen auf die Sie treffen, durch das, was Sie reden und tun die Art Ihrer Gedanken. Ihre Gedanken sind teils das Produkt Ihrer Wahrnehmungen und Handlungen, wobei natürlich meist auch die Handlungen Folge von Gedanken sind. Dies ist auf den ersten Blick leidlich banal, doch sollten Sie erkennen, was Unruhe in Ihnen aufkeimen lässt und was eher zu innerer Ausgeglichenheit führt. Versuchen Sie zu durchschauen, wie der Input an Wahrnehmungen, Handlungen und Gedanken mit dem Output an neuen Gedanken zusammenhängt.
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