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Obwohl man heute so einiges über Liebestechniken hört, ist die Tatsache, dass man mit einem Übermaß an Sexualität auch Schaden anrichten kann, gemeinhin weniger bekannt. Sie können einen Eindruck davon bekommen, wenn Sie beobachten, was mit Ihrem Körper als Reaktion auf intensivere Sexualität geschieht. Beobachten Sie, ob beispielsweise Ihre Haut trockener wird, wie fühlen sich Ihre Gelenke und Ihr Rücken an, sind Sie müde? Was macht Ihr Glücksempfinden? Zwischen der Intensität Ihres Sexuallebens und Ihrer Vitalität und Konzentrationsfähigkeit besteht ein Zusammenhang. Leider kann man nicht sagen, wenig ist besser als viel oder beiläufig ist besser als intensiv. Es ist zum einen eine Frage der Individualität, zum anderen ist das Wie von entscheidendem Einfluss. Als Anhaltspunkt können wir aber auf jeden Fall wiederholen, dass Sie mit weniger auch weniger Schaden anrichten können und mehr und zuviel über einen längeren Zeitraum schwächt deutlich die Körper- und Geisteskraft. Auch ein sexueller Umgang, der zu sehr die genitale Stimulation in den Vordergrund rückt, ermüdet Geist und Körper bei zu großer Häufigkeit und fördert Krankheiten.
Ihr körperliches Erleben sollte deshalb über Ihr sexuelles Ritual hinausreichen. Generell sollten Sie versuchen, eine Idee von Enthaltsamkeit in Ihrem Bewusstsein zu verankern. Der heute medial verbreitete Tenor möglichst häufig und intensiv Sex zu haben ist schlichtweg falsch. Lassen Sie sich von drittklassigen Sendungen nicht auf falsche Fährten locken, sondern nehmen Sie solche Ausstrahlungen eher als Anlass, den Fernseher ganz wegzuräumen. Lernen Sie, Ihre sexuelle Reizung zu reduzieren, indem Sie sich von sexuellen Stimulationen und Tagträumen fernhalten, und geben Sie Ihrem sexuellen Begehren nicht automatisch nach. Sie können lernen, den sexuellen Reiz mit einer anderen Körpererfahrung zu verbinden, machen Sie einen Spaziergang, treiben Sie Sport oder gehen in die Sauna. Es ist eine Frage der Konzentration.
Die Sexualität des Menschen ist ein Grundtrieb wie etwa das Grundbedürfnis nach Nahrung auch. Die Lust an der Sexualität hat in der Natur die Aufgabe, die Fortpflanzung möglichst häufig zu vollziehen, um die Arterhaltung zu sichern. Die menschliche Abspaltung der Sexualität von ihrer Fortpflanzungsfunktion und die fortpflanzungsunabhängige Übersteigerung durch industrielle Gewinnerwägungen führt wie oben ausgeführt zu einer Irritation des Individuums aus dem gesunden Maß. Das könnte man als das gesellschaftliche wie auch individuelle Risiko der Degeneration bezeichnen. Im Vergleich zur Nahrungsaufnahme bietet die Sexualität die Chance der Enthaltsamkeit, weil durch die Abstinenz kein körperlicher Mangel oder Schaden entsteht. Welche Rolle die Zurücknahme der Sexualität im Leben haben kann, lässt sich erst nach eigenem Experimentieren entscheiden. Um zunächst Kontrolle über eine Gewohnheit zu erhalten, ist wiederum das genaue Beobachten und gegebenenfalls die Dokumentation des eigenen Verhaltens sinnvoll.
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