Wir verdienen Geld ...
Wir verdienen Geld, tragen Kleider, fahren einen Wagen, benutzen kosmetische Artikel, wohnen in Städten und fliegen durch die Welt. Auf dem hohen Niveau der Arbeitsteilung unserer Gesellschaft sind wir in allen Lebensbereichen von Dienstleistungen und Produkten umgeben. Das Angebot übersteigt schon lange jedes Maß unseres tatsächlichen Bedürfnisses. Alle Dinge und Dienste müssen immer luxuriöser und subtiler werden, um verkauft zu werden. Doch selbst das reicht nicht aus, um den gewünschten Absatz zu finden. Sie werden massiv beworben und in irgendein glänzendes Licht gerückt, ohne dass noch jemand bemerkt wie blöde und nutzlos etwas in Wirklichkeit ist. Die Bedürfnisvergrößerung durch Werbung wird durch den Aufbau neuer Sehnsüchte und die Herausbildung von Käuferidentitäten forciert. Werbung beeinflusst den Käufer gezielt, er fällt oftmals nur noch eine vermeintlich freie Konsumentscheidung für das, was er kauft, häufig erfüllt er nur ein, über viele Werbeblöcke und -plakate erlerntes, unreflektiertes Rollenmuster, ohne das Erworbene wirklich zu gebrauchen.
Wir alle sind unfreier als wir es glauben, weil viele unserer Entscheidungen aus unserer Grundhaltung irritiert sind. Auf dem hohen Niveau unserer postindustriellen Entwicklung wird der technische Fortschritt immer grenzwertiger. Die zusätzliche Nützlichkeit der Verbesserung eines Produktes also immer geringer. Ein Automobil kann heute beispielsweise noch bei einer Geschwindigkeit von 320 km/h sicher abgebremst werden oder wir können mit unseren Handys Bilder ansehen. Die wirkliche Notwendigkeit, solche Produkte zu kaufen, ist sehr fragwürdig, wenn man es daran misst, wie lange es uns glücklich macht und was wir für den Erwerb an Lügen und Schmerzen auf uns nehmen. Wir werden davon abgelenkt, unsere elementaren Fragen zu bedenken.
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